quer | 23.07.2020

Gefährlicher Mythos | Käferfraß und Klimaschäden

  • BR Fernsehen

  • 23.07.2020, 18:15 Uhr

  • 44 Min
  • Online bis 23.07.2021 Warum?

  • UT

Der Allgäu-Krimi um angebliches "Nazigold" | Endzeitstimmung in Bayerns Wald | Kommt jetzt der Wandel? | Wie Populisten Europas Politik bestimmen | Wer erschoss die Jungstörche?

Die Themen der Sendung: Gefährlicher Mythos: der Allgäu-Krimi um angebliches "Nazigold" Seit Jahrzehnten erzählt man sich bei Pfronten im Allgäu eine alte Geschichte: Irgendwo auf dem Berg Falkenstein sei ein Schatz vergraben. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sollen SS-Leute Wertsachen beiseitegeschafft haben, damit sie nicht den Alliierten in die Hände fallen. Immer wieder lockt diese Geschichte Schatzsucher an, vor kurzem besonders fest Entschlossene: Mit einem Bagger haben Unbekannte illegal den Steilhang aufgegraben – bis sich Felsbrocken lösten und die alte Geschichte zum Kriminalfall wurde. Käferfraß und Klimaschäden: Endzeitstimmung in Bayerns Wald Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall setzen Deutschlands Wäldern immer mehr zu. 240.000 Hektar, die Größe des Saarlands, sind in einem kritischen Zustand. Und die Waldbesitzer schlagen Alarm: Die Holzpreise sind im Keller, so dass es sich für sie kaum mehr lohnt, Bäume zu fällen. Doch wenn Käferholz nicht weggeschafft wird, kann der Befall sich weiter verschlimmern. Wie lässt sich verhindern, dass der Wald komplett vor die Hunde geht? Die Regierung diskutiert über hunderte Millionen an Nothilfen. Wäre es eine Lösung, wenn der Freistaat Holz aufkaufen würde, um in Kohle-Kraftwerken Strom daraus zu gewinnen? Revolution auf dem Acker: Kommt jetzt der Wandel? Es könnte ein historisch einmaliger Augenblick gekommen sein: Wegen eines Virus hat das große globale Rad kurz aufgehört sich zu drehen. Ist das der Moment für den Systemwandel in der Landwirtschaft? Immer mehr Bauern möchten alternative Konzepte umsetzen, und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigt eine neue Agrarpolitik auf EU-Ebene an. Bringt Corona wirklich den Wandel? Und was braucht es dafür? "quer" spricht mit bayerischen Bauern, die den Blick nach vorne richten. Club der Egoisten? Wie Populisten Europas Politik bestimmen "Den Stolz der Nation" habe er verteidigt, tönte Ungarns Regierungschef nach dem EU-Gipfel. Und sein niederländischer Amtskollege Rutte bekannte freimütig, er sei in Brüssel, um Geschäfte für sein Land zu machen. Dabei ging es eigentlich um europäische Solidarität, die durchaus im Interesse aller Länder ist. Denn nur, wenn die Wirtschaft in den von Corona schwer getroffenen Staaten wieder anspringt, können auch die selbsternannten "Sparsamen" im gemeinsamen Wirtschaftsraum wieder "Geschäfte machen". Doch der Gipfel hat gezeigt: Wo die Populisten und Rechtsstaats-Verächter regieren, wird Europa als Geldmaschine betrachtet. Und wo sie nicht regieren, da beeinflusst die Angst vor ihnen das Handeln der Regierungschefs. Das Drama von Spalt: Wer erschoss die Jungstörche? Im mittelfränkischen Spalt im Landkreis Roth sind zwei Jungstörche umgekommen – anscheinend durch mutwillige Gewalt. Während die Staatsanwaltschaft auf die Ergebnisse der Obduktion wartet, fragt man sich weit über den Landkreis hinaus, wer so etwas tut und warum. Dass jemand ausgerechnet so beliebten Vögeln etwas antut, scheint die Bevölkerung besonders zu empören. Denn das Verhältnis zwischen Mensch und Storch ist ein ganz besonderes.