quer | 17.10.2019

Deutsch-deutscher Rinderwahn | Rechte Hetze außer Kontrolle | Totgeliebte Bienen

  • BR Fernsehen

  • 17.10.2019, 18:15 Uhr

  • 44 Min
  • Online bis 16.10.2020 Warum?

  • UT

Grenze dicht für grasende Kühe | Wer trägt die Verantwortung für rechte Hetze? | Ist der Imker-Boom schuld an der Faulbrut? | Wohin mit unseren Toten? | Müllwagenchaos in Freising

Die Themen der Sendung: Deutsch-deutscher Rinderwahn: Grenze dicht für grasende Kühe Landwirt Dietmar Koch aus dem thüringischen Streufdorf hat für seine Heckrinder eine Weide gepachtet. Die liegt teils in Thüringen, teils in Bayern. Wenn seine Kühe zum Grasen die Ländergrenze übertreten, müsste Landwirt Koch jedes Mal jede einzelne Kuh ummelden, da in den Bundesländern unterschiedliche Tierseuchenvorschriften gelten. Deshalb musste ein Zaun her. Doch der steht nun der Landschaftspflege im Weg, die die Kühe eigentlich zu leisten hätten. Ein deutsch-deutscher Grenzstreit - ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung. Außer Kontrolle: Wer trägt die Verantwortung für rechte Hetze? Der tödliche Angriff von Halle zeigt einmal mehr die ganze Dimension rechtsextremer Gewalt. Und obwohl bislang von einem Einzeltäter die Rede ist, allein ist der Täter nicht. Denn solchen Taten geht oftmals exzessive Hetze im Netz voraus, multipliziert in den "sozialen" Medien. Nicht zuletzt der Mord an CDU-Politiker Walter Lübcke hat gezeigt, welche Folgen das haben kann. Auch hier in Bayern haben Politiker mit Morddrohungen im Netz zu kämpfen. Sogar eine Schule sieht sich Hetzkampagnen ausgesetzt, nur, weil die Schüler im Unterricht eine Moschee besuchten. Wann werden Bedrohungen, die im Netz beginnen, endlich konsequent strafrechtlich verfolgt? Totgeliebte Bienen: Ist der Imker-Boom schuld an der Faulbrut? Sie haben es gut gemeint, die vielen neuen Hobbyimker, die etwas gegen das Insektensterben tun wollten. Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Manche haben etwa online ein Bienenvolk bestellt und mehr oder weniger dilettantisch vor sich hin geimkert. Nun ist im Westallgäu die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen, eine hochansteckende Bienenkrankheit. Imker befürchten, dass sich durch nicht angemeldete Kästen und die Unkenntnis mancher Hobbyimker die Seuche schneller ausbreitet denn je, und fordern deshalb eine Art "Imker-Führerschein". Streit um Krematorium: Wohin mit unseren Toten? In Kolbermoor im Landkreis Rosenheim geht es heiß her. Eine neue Feuerbestattungsanlage soll gebaut werden. Viele Bürger fürchten Gestank und giftige Gase. Gleichzeitig steigt bundesweit die Zahl derer, die sich nach dem Tod verbrennen lassen wollen. Doch bitte schön nicht in der Nähe von einem Wohngebiet! So streiten inzwischen Bürger und eine Bürgerinitiative hoch emotional um eine Sache, bei der Fakten immer mehr in den Hintergrund treten. Aber: Geht es vielleicht um etwas ganz Anderes? Wollen wir den Tod einfach nicht in unserer Nähe haben? Vorwärts immer, rückwärts nimmer? Müllwagenchaos in Freising Die Meichelbeckstraße in Freising ist schmal. So schmal, dass die Müllfahrzeuge für den Rest- und Biomüll dort nicht mehr hineinfahren dürfen. Die Anwohner müssen jetzt ihre Tonnen zu einer Sammelstelle bringen. Schuld ist eine Branchenregelung, die derzeit in Bayern umgesetzt wird. Die besagt, dass Müllfahrzeuge nach Möglichkeit nicht mehr rückwärtsfahren sollen. Die Meichelbeckstraße in Freising ist schmal, aber nicht so schmal, dass die Entsorgungsfahrzeuge für Altpapier und den gelben Sack nicht hineinfahren würden. Was ist nun eigentlich erlaubt? Das weiß keiner so genau.