PausenZeichen

"L'arbore di Diana"

  • BR-KLASSIK

  • 20.02.2015, 18:30 Uhr

  • 22 Min

Im Vorfeld der Aufführung von Solers Oper "L'arbore di Diana" mit dem Münchner Rundfunkorchester unterhielt sich der Dirigent Paolo Carignani mit Ilona Hanning.

Zum Inhalt: Zeitgleich mit dem Libretto zu "Don Giovanni", wohl dem Höhepunkt seiner Zusammenarbeit mit Mozart, schrieb Lorenzo Da Ponte den Text zu Vicente Martín y Solers Oper "L’arbore di Diana". 1754 in Valencia, geboren, gelangte Martín y Soler über Bologna, Neapel und Madrid 1785 an den Wiener Hof. Seine Buffo-Opern erfreuten sich derart großer Beliebtheit, dass Mozart den Schluss aus "Una cosa rara" in der Tafelmusik des "Don Giovanni" zitierte. Solers Musik changiert zwischen höfischer Eleganz und buffonesken Elementen, die von brillantem Gespür für Situationskomik zeugen. Für die Göttin Diana und ihre Nymphen herrscht das Gebot der Keuschheit. Ein Apfelbaum in ihrem paradiesgleichen Garten ist hierfür unbestechliche Kontrollinstanz: Tritt ein Mensch reinen Herzens unter den Baum, so leuchten die Äpfel in schönstem Glanz und aus den Zweigen tönen liebliche Melodien. Hat aber einer der Menschen gegen die geforderte Tugend gefehlt, so werden die Früchte kohlschwarz und fallen dem Schuldigen auf den Kopf, zerquetschen ihm das Gesicht oder schlagen ihm die Glieder entzwei. Dem Gott Amor ist das ein Dorn im Auge, da er seine Kompetenzen bedroht sieht: Flugs setzt er auf die Nymphen und Diana drei attraktive junge Männer an – ein Jäger, ein Schäfer und ein Hirte –, die deren Gefühlshaushalt gehörig durcheinanderbringen. Schwarzes Obst fällt vom Baum. Diana selbst verliebt sich in den Schönsten der drei, nämlich in Endimione. Gegen Amor muss sie sich geschlagen geben und ihren Tugendwahn begraben.