Lebenslinien | Menschen im Porträt

Fredl Fesl: I bin wia i bin

  • BR Fernsehen

  • 24.08.2020, 20:00 Uhr

  • 44 Min
  • Online bis 23.07.2021 Warum?

  • UT

Mitte der 1970er-Jahre: Fredl Fesl mogelt sich bei Konzerten stets in die Münchner Musik-Kneipe "Song Parnass". Mit einer Gitarre auf dem Rücken hält man ihn für einen Musiker. Als eines Abends ein Auftritt ausfällt, bittet ihn der Wirt einzuspringen.

Er bleibt nicht lange ein Geheimtipp: Fredl Fesl, der Mann aus Grafenau im Bayerischen Wald, wird als eigensinniger Barde schnell zum Star in der Kleinkunstszene und Vorreiter des bayerischen Musikkabaretts. Nie lässt sich der gelernte Kunstschmied und Ex-Gewichtheber von Managern "stylen" oder für fremde Interessen einspannen: "Mich muss man nicht machen, i bin so wia i bin." Sein ganzes Leben kennzeichnet, dass er sich nicht verbiegen lässt - nicht vom Elternhaus, nicht in der Schulzeit, die mit einem Rausschmiss endet. Genauso wenig in seiner Lehrzeit als Kunstschmied, noch während des Wehrdienstes, wo er bald zum hintergründigen Spaßvogel bei der Gebirgstruppe wird. Und genauso wenig steigen ihm die Bühnenerfolge zu Kopf. Dann wird bei Fredl Fesl die Parkinson'sche Krankheit diagnostiziert. Beim Gitarrespielen machen die Finger auf einmal nicht mehr das, was er will. Medikamente verlangsamen das Fortschreiten der Krankheit, und er macht noch einige Jahre weiter - seinem Publikum zuliebe. Inzwischen hat er sich auf seinen Bauernhof zurückgezogen. Aber er verfällt nicht in Selbstmitleid, denn auch von Parkinson lässt sich Fredl Fesl nicht verbiegen.