Kaiser Karl IV.

Ein Film von Dieter Wieland

  • ARD-alpha

  • 25.12.2015, 15:15 Uhr

  • 43 Min

Die Regierungszeit Karl IV. hat in der europäischen Kunstgeschichte Epoche gemacht. Doch der hoch gebildete, unkriegerische Luxemburger, dessen geduldige Politik den gesamten Bereich der Christenheit umspannte, fand nie den rechten Historiographen.

Er gilt als ein wahrhaft europäischer Herrscher und lässt sich keiner Nation zuordnen: Karl IV., römisch-deutscher König, König von Böhmen, König von Italien, König von Burgund, römisch-deutscher Kaiser. In Prag 1316 geboren, am französischen Hof erzogen, Lehrjahre in Italien. Der vielseitige Monarch war viermal verheiratet und beherrschte fünf Sprachen in Wort und Schrift. Als Gegenkönig war Karl der große Widersacher Ludwigs des Bayern und nach dessen Tod Nachfolger auf dem Kaiserthron. Mit der "Goldenen Bulle" von 1356 schuf er ein "Reichsgrundgesetz", welches die deutsche Königwahl bis zum Ende des Reiches regelte. In der heutigen Oberpfalz erwarb er ein eigenes Territorium, "Neuböhmen" genannt. In dem Städtchen Lauf vor den Toren Nürnbergs errichtete er das Wenzelschloss, in dessen Prunksaal die Wappen böhmischer Adeliger aufgeführt sind. Ein Handelsweg, die "Goldene Straße", verband Nürnberg mit Prag. Er erweiterte seine Residenzstadt an der Moldau um das Dreifache, erhob sie zum Erzbistum und gründete die erste deutsche Universität. Seine Prager Kanzlei hatte großen Einfluss auf die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache. Er ließ Hradschin, St.-Veits-Dom und Karlsbrücke bauen und machte so Prag zur "Goldenen Stadt". Karl IV. starb 1378 in Prag, wo er im St.-Veits-Dom begraben ist. Er gilt als der letzte große Kaiser des Mittelalters.