Ich + Du = Wir

Von Empathie und Mitgefühl

  • ARD-alpha

  • 03.02.2017, 21:30 Uhr

  • 45 Min

Menschen fühlen sich ständig in andere Menschen ein. Täglich, unzählige Male. Bei jeder Begegnung, jedem Gespräch. Sie spüren die Freude anderer, erkennen Trauer und Schmerz. Ohne die Fähigkeit zur Empathie könnten wir Menschen als soziale Wesen wohl kaum existieren. Erst Empathie ermöglicht uns, Mitgefühl zu empfinden und die Perspektive eines Anderen zu erkennen und nachzuvollziehen. Welche Rolle Empathie in unserem Leben spielt, zeigt die 45-minütige Dokumentation Ich + Du = Wir. Von Empathie und Mitgefühl.

Menschen fühlen sich ständig in andere Menschen ein. Täglich, unzählige Male. Bei jeder Begegnung, jedem Gespräch. Sie spüren die Freude anderer, erkennen Trauer und Schmerz. Ohne die Fähigkeit zur Empathie könnten wir Menschen als soziale Wesen wohl kaum existieren. Erst Empathie ermöglicht uns, Mitgefühl zu empfinden und die Perspektive eines Anderen zu erkennen und nachzuvollziehen. Welche Rolle Empathie in unserem Leben spielt, zeigt die 45-minütige Dokumentation Ich + Du = Wir. Von Empathie und Mitgefühl. Viele Jahre beschäftige Wissenschaftler die Frage, was physiologisch hinter dem Phänomen der Einfühlungsgabe steckt. Auf welche Weise sind wir mit anderen Menschen vernetzt, können fühlen, was sie empfinden? Der Durchbruch gelang dem Neurophysiologen Giacomo Rizzolatti aus Parma, als er vor gut 15 Jahren die Wirkungsweise sogenannter Spiegelneuronen entdeckte. Dieses Resonanzsystem bringt die Gefühle und Stimmungen anderer Menschen in uns selbst zum Erklingen. Entwicklungspsychologisch ist die Fähigkeit zur Empathie in jedem Menschen angelegt. So bemühen sich Babys von Anfang an mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Die emotionale Resonanz eines Gegenübers durch Augenkontakt, Berührungen, Laute ist für sie lebenswichtig, ähnlich wie das Stillen. Doch erst mit durchschnittlich 18 Monaten nehmen sich Kinder als eigenständige Menschen wahr und können so zwischen ihren eigenen Gefühlen und denen eines anderen unterscheiden. Erst das herangereifte Ich-Bewusstsein ermöglicht ihnen ihre Empathiefähigkeit Schritt für Schritt auch auf kognitiver Ebene zu verfeinern. Welche Bedeutung in diesem Zusammenhang das soziale Umfeld, die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung und der Erziehungsstil haben, zeigt der Fernsehfilm Empathie - stumme Schreie", eine Produktion von BR-alpha. Die in die Dokumentation eingewebten Filmsequenzen sind fiktiv, orientieren sich jedoch an realen Geschehnissen. Zwei der Hauptdarsteller - Vincent Krüger und Hüseyin Ekici - kommen in der Dokumentation Ich + Du = Wir zu Wort und erzählen, wie sie ihre Rolle erlebt haben. Ein Mangel an Empathie und sozialem Verhalten fällt oft schon früh auf. Das eine Kind tröstet seinen Klassenkameraden, das andere nicht. Der Psychoanalytiker und Familientherapeut Manfred Cierpka hat deshalb ein Präventionsprogramm entwickelt, das an vielen Kindergärten und Grundschulen eingesetzt wird. Die Kinder lernen den Umgang mit Emotionen wie Ärger, Wut, Trauer und Enttäuschung, aber auch das Grenzen setzen und Nein-Sagen. Denn die Fähigkeit zur Empathie ist die Basis für einen angemessenen Umgang mit starken Emotionen. Ist der Grundstein in der Kindheit gelegt, verinnerlichen Menschen empathisches, prosoziales Verhalten und leben es im Alltag ganz selbstverständlich.