Gernstls Deutschlandreise | 20.07.2019

Entlang der Neiße

  • ARD-alpha

  • 20.07.2019, 16:30 Uhr

  • 43 Min

Für die zwölfte Etappe seiner Deutschlandreise fährt das filmende Trio - Franz X. Gernstl, HP Fischer (Kamera) und Stefan Ravasz (Ton) durch die Lausitz und an der Neiße entlang, um dort Land und Leute zu erkunden.

Für die zwölfte Etappe seiner Deutschlandreise fährt das filmende Trio - Franz X. Gernstl, HP Fischer (Kamera) und Stefan Ravasz (Ton) durch die Lausitz und an der Neiße entlang, um dort Land und Leute zu erkunden. So treffen die drei auf den Müllermeister Dirk Schmidt. Er schwärmt von den 60 Jahre alten "Walzstühlen", wie von seiner großen Liebe. "Der Müller sieht mit den Fingern", erklärt er dem staunenden Reporter, denn mit denen erspüre er die Qualität seines Mehls. Und mit seinem Mehl, erzählt er nicht ohne Stolz, hat er schon zahlreiche Hausfrauen glücklich gemacht. Görlitz zählt zu den schönsten Städten Deutschlands. Die Stadtführerin bejubelt den "anonymen Spender" der jährlich eine halbe Million Euro springen lässt, die helfen sollen, die Stadt wieder in alter Schönheit erstehen zu lassen. Der junge Fotograf Marek Jankowski hingegen, ist nur an Görlitz als Grenzstadt interessiert. Jeden Tag fotografiert der Deutsch-Pole Menschen, die über die Brücke von Deutschland nach Polen oder umgekehrt wechseln. Indianerland in Schlesien. Robert Remus, seine sächselnde Squaw und seine vier Kinder leben ganz nach indianischen Traditionen. Mitsamt Tipi, Pferden, und originalgetreuer Kostümierung. Das Ehepaar will die Geschichte der Ureinwohner Nordamerikas und das Andenken an ihre Unterdrückung pflegen. Das geht soweit, dass die Frau, wie eine Indianerin, die Nabelschnüre ihrer Kinder in einem Amulett am Halse trägt. Der fidele Töpfer Günter Meißner eröffnet Gernstl gleich mal, dass der nie ein guter Töpfer werden könne, weil ihm nämlich etwas fehle. Und lautstark singend erklärt er es: "Der Topf und auch der Töpfer, die brauchen einen Bauch." Trotzdem weist er den schlanken Filmemacher in die Geheimnisse seines Berufes ein, auch wenn am Ende statt der geplanten stattlichen Salatschüssel nur ein Töpfchen entsteht, in das man seine überflüssigen Sorgen packen kann.