Seniorengenossenschaften boomen, Naturschutzprojekt Hutanger, "Schweinehotel" beim Biobauern

Seniorengenossenschaften boomen, Naturschutzprojekt Hutanger, "Schweinehotel" beim Biobauern

  • BR Fernsehen

  • 25.08.2019, 15:45 Uhr

  • 43 Min

Seniorengenossenschaften boomen | Umzugsberatung für Senioren | Einmaliges Naturschutzprojekt Hutanger | Das "Schweinehotel" beim Biobauern | Die Welt des Malers Peter König | Mit dem Tandem auf dem "Grünen Band"

Die Themen der Sendung: Jung hilft alt: Seniorengenossenschaften boomen. (Bayreuth/Oberfranken) Für Seniorengemeinschaften schließen sich Jung und Alt aus der Nachbarschaft zusammen mit dem Ziel so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Das gelingt Älteren, wenn sie Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags abrufen können, beim Einkaufen, für die Gartenarbeit oder für Behördengänge, aber auch bei digitalen Fragen. Der Verein J.A.Z aus Bayreuth bietet genau das an. Diese Seniorengenossenschaft gibt es seit eineinhalb Jahren. 550 Mitglieder aus Stadt und Landkreis sind hier schon gemeldet und helfen sich gegenseitig. Wer hilft, kann sich Zeit gutschreiben lassen oder bekommt einen kleinen Stundenlohn. Auch in anderen Städten Frankens gibt es solche Modelle, zum Beispiel in Lichtenfels, Wunsiedel, Dinkelsbühl, Hof, Kronach und Nürnberg. Das Bayerische Sozialministerium unterstützt die Gründung von neuen Seniorengenossenschaften mit bis zu 30.000 Euro. Leben im Alter: Wohnen ohne Stress (Nürnberg/Mittelfranken) Wohnraum ist in Deutschland zwischen den Generationen ungleich verteilt. Viele ältere Menschen leben nach dem Auszug ihrer Kinder und dem Tod des Partners alleine in riesigen Wohnungen oder gar Häusern, während viele Familien dringend mehr Platz bräuchten. Das zu ändern, ist schwierig, aber nicht unmöglich, wie ein Beispiel aus Nürnberg zeigt. Petra Sörgel ist Umzugsmanagerin bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WBG, der in Nürnberg rund 18.000 Wohnungen gehören. Sie berät Senioren und sucht mit und für die Umzugswilligen kleinere Wohnungen. Einmaliges Naturschutzprojekt: die "Hutanger" in der Fränkischen Alb (Steinensittenbach/Mittelfranken) In Mittelfranken wird gerade eine sehr alte Weideform wiederentdeckt: die Hutangerweide, Flächen in der Nähe eines Dorfes, die oft schwer zugänglich sind, und auf denen jetzt wieder Kuhherden für die Landschaftspflege und Kälberaufzucht zuständig sind. Das Hutanger-Projekt in der Fränkischen Alb zählt zu den ältesten Naturschutzprojekten in Bayern. Das "Schweinehotel": neues Konzept für Biobauern (Junkershausen/Oberfranken) Abgebrannt, der ganze Bauernhof, über Nacht alle Schweine, Stall, Scheune alles weg – so erging es Klara und Dietmar May im Herbst 2015. Nach längerer Überlegung gaben ihr Sohn Christian und dessen Frau Rebekka in Frankfurt ihre Akademikerkarrieren auf, zogen ins 150 Seelen Dorf Junkershausen und wagten ein außergewöhnliches Bio-Stallbauprojekt. Der Stall für Muttersauen, Ferkel und Mastschweine gleicht einer Ferienwohnlage unter begrüntem Flachdach mit Frischluftveranda und Ausblick ins Rhön-Grabfeld und wurde bereits mit einem Architekturpreis ausgezeichnet. Die rentable Vermarktung der Produkte aus dem Wohlfühlstall ist eine große Herausforderung, denn der neue Stall ist viel teurer als herkömmliche Behausungen für Schweine. Hände, Füße, Köpfe: die Welt des Malers Peter König (Schwarzenbruck/Mittelfranken) Der Maler Peter König kombiniert in seinen aktuellen Bildern zwei verschiedene Stile: einerseits große knallbunte Flächen wie in der Pop-Art, andererseits Hände, Füße, Köpfe, exakt gemalt wie im Stil der alten Meister. So entstehen sehr eigenwillige Bilder, in denen er biblische Themen, aber auch seine eigene Lebensgeschichte verarbeitet. Mit dem Tandem auf dem "Grünen Band": der Naturschützer Kai Frobel (Mitwitz/Oberfranken) 1.400 Kilometer lang zieht sich heute das so genannte "Grüne Band" durch Deutschland. Ein einmaliger Biotopverbund für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen. Die heutige "Lebenslinie" war früher ein "Todesstreifen", der einst die zwei deutschen Staaten trennte. Kai Frobel aus Hassenberg bei Mitwitz wuchs an dieser Grenze auf und erkannte schon früh diesen besonderen Rückzugsort für die Natur.