Europa-Reportage

Ohne Grenzen? - Eine junge Deutsche in Danzig

  • BR Fernsehen

  • 29.12.2019, 15:45 Uhr

  • 29 Min
  • Online bis 28.12.2020 Warum?

  • UT

Für die 18jährige Sophie ist ihr einjähriger Aufenthalt im Norden Polens Abenteuer und Selbsterfahrung zugleich. Als Freiwillige des Programms "Europäisches Solidaritätskorps" (European Solidarity Corps) arbeitet die Abiturientin aus Berlin ein Jahr für das Maximilian - Kolbe - Haus, Jugendbildungsstätte und Partner des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. Die Reportage begleitet Sophie, deren Mutter ursprünglich aus Polen und deren Vater aus Deutschland stammt, in ihrer Arbeit als Freiwillige zu Orten und Menschen, die Teil der deutsch-polnischen Geschichte sind.

Nach dem Motto "Solidarität, Freiheit und Demokratie" empfängt Danzig, die geschichtsträchtige Stadt an der Ostsee, ihre Besucher. Für die 18-jährige Sophie ist ihr einjähriger Aufenthalt im Norden Polens Abenteuer und Selbsterfahrung zugleich. Als Freiwillige des Programms "Europäisches Solidaritätskorps" (European Solidarity Corps) arbeitet die Abiturientin aus Berlin ein Jahr für das Maximilian-Kolbe-Haus, Jugendbildungsstätte und Partner des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. Die Reportage begleitet Sophie, deren Mutter ursprünglich aus Polen und deren Vater aus Deutschland stammt, bei ihrer Arbeit als Freiwillige zu Orten und Menschen, die Teil der deutsch-polnischen Geschichte sind. Da ist zum Beispiel die Begegnung von Sophie mit Dora Mross, einer 83-jährigen alten Dame, die als Kind durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs Ende 1945 ihr Elternhaus, einen Bauernhof im Ermland, verlassen musste und als Rentnerin Mitte der 1990er-Jahre wieder an den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt ist. Unter dem Dach der Franziskanermönche des Maximilian-Kolbe-Hauses, das das Deutsch-Polnische Jugendwerk beherbergt, kann Sophie den Versöhnungsgedanken tagtäglich erleben. Bei den verschiedenen Exkursionen oder den geselligen Abenden des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, wenn sich junge Deutsche und Polen eine Woche lang begegnen und sich austauschen, erfahren die Teilnehmenden oft mehr von der Geschichte und voneinander als aus Schulbüchern. Die deutsche Sprache zu erlernen, ist dabei ein wichtiger Schlüssel zur Verständigung. So ist es erklärtes Ziel von Piotr Kowalczuk, als Vizebürgermeister von Danzig verantwortlich für das Bildungswesen und die sozialen Projekte der Stadt, dass die 168 Danziger Schulen und Kindergärten die Zusammenarbeit mit deutschen Partnern in allen möglichen Bereichen verstärken. Kowalczuks Intention gleicht fast einem Plädoyer: “Dieses ist mit den Werten der Hanse verbunden. Danzig ist die Stadt der Freiheit, Solidarität, Offenheit und Gleichberechtigung. Ich bin sicher, wenn sich die jungen Deutschen und Polen tief in die Augen schauen, werden sie neue Projekte durchführen, so dass die Vergangenheit nie wiederkommt. Unsere Zukunft wird ohne Angst und auf den Partnerbedingungen gebaut. Alles im gemeinsamen Europa.“ Er sei stolz, dass Danzig solche Lehrer habe wie Jakub Garsta, einen Protagonisten der Reportage. Land und Leute zu erleben, dabei auch sich selbst zu entdecken, Einsamkeit und Heimweh zu überwinden und viele neue Freundschaften zu schließen: Durch den deutsch-polnischen Jugendaustausch ist in Sophie die Erkenntnis gewachsen, dass die meisten Grenzen wohl im Kopf sind.