Dokumentation

Wolfgang Herrmann - Ein Leben für die Wissenschaft

  • BR Fernsehen

  • 03.12.2019, 21:30 Uhr

  • 44 Min

Wolfgang Herrmann war 24 Jahre lang Präsident der Technischen Universität München (TUM) und hat wie kaum ein anderer das Bayern der Wissenschaft und Technik geprägt. Im Oktober 2019 ging der 71-Jährige in Pension. Das Portrait "Wolfgang Herrmann - Ein Leben für die Wissenschaft" zeigt den bisherigen Lebensweg des gebürtigen Niederbayern - den beruflichen, aber auch den privaten.

Der Chemiker Wolfgang Herrmann prägt über 24 Jahre als Präsident der TU München das Bayern der Wissenschaft und Technik wie kein zweiter. Und erntet mit seinen Entscheidungen nicht selten lautstarke Kritik. Nun gibt Herrmann sein Amt ab und geht in den Ruhestand. Seinen langen akademischen Titel "Prof. Dr. Dr. h. c. mult." übergeht Herrmann, der pragmatische Niederbayer, stets lapidar mit "Professor und-so-weiter". Chemiker, Organist, Bauherr, Reformer, gar bayerischer Dickschädel – so zahlreich wie seine Auszeichnungen, sind die Facetten seines Charakters. Das Lehren scheint Wolfgang Herrmann in die Wiege gelegt: Schon seine Eltern sind Lehrer. 1948 geboren, wächst Wolfgang Herrmann in einem Schulhaus auf dem Dorf in Niederbayern auf. Im Zeugnis werden ihm neben Rauflust seine "Führernatur" und großer Einfluß auf die Klasse attestiert. Ein Fingerzeig für die weitere Karriere. Als junger Mann beginnt Herrmann das Studium der Chemie an der TU München. Der Nobelpreisträger E.O. Fischer wird sein Mentor, nicht nur in chemischen Belangen. In Windeseile promoviert und habilitiert der Überflieger Herrmann, leitet Lehrstühle in Frankfurt und München, wird vielfach ausgezeichnet (u. a. mit dem Leibniz-Preis für Chemie). 1995 wird Herrmann überraschend zum neuen Präsidenten der TUM gewählt. Der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber fordert "Hochschulreformen, dass es kracht!" Und Herrmann wird sie ihm geben. Mit einem unbändigen Gestaltungswillen, viel Durchsetzungsvermögen und hervorragenden Kontakten zu Wirtschaft und Politik gelingt es dem streitbaren Visionär, die TUM in Richtung Weltspitze zu führen. Privat meint es das Schicksal nicht nur gut mit Herrmann. Der fünffache Vater lebt in e Wegbegleiter wie Edmund Stoiber, Ilse Aigner, Marion Kiechle, Hansjörg Schellenberger und v. a. m. vervollständigen das Bild des Menschen Herrmann hinter dem hochdekorierten Professor.