Doku zum 100.Todestag von Ludwig Ganghofer

Ganghofer und seine Erben - Und immer wieder Heimat

  • BR Fernsehen

  • 21.07.2020, 20:30 Uhr

  • 43 Min
  • Online bis 16.07.2021 Warum?

  • UT

Aus vielen Wohnzimmern "ganghofert" es, wie Alpenkrimi-Autorin Nicola Förg treffend formuliert. Der lange verpönte Begriff Heimat ist wieder in Mode - auch in Film und Literatur.

Aus vielen Wohnzimmern „ganghofert“ es, wie Alpenkrimi-Autorin Nicola Förg treffend formuliert. Der lange verpönte Begriff Heimat ist wieder in Mode - auch im Film und in der Literatur. Was verrät die neue, alte Sehnsucht nach Heimat über uns? Was steckt hinter dem wiedererwachten Bedürfnis nach Geborgenheit und Natur? Und mit welchen Erzählstrategien arbeiten die Wiedergängerinnen und Wiedergänger Ganghofers heute? Anlässlich des hundertsten Todestages von Ludwig Ganghofer widmet sich Filmemacherin Julia Benkert unkonventionell dem Heimatgenre aus heutiger Sicht und findet überraschende Verbindungen. Ludwig Ganghofer, quasi der Erfinder des Heimatromans, verfasste im Akkord wildromantische Liebesdramen vor imposanter Alpenkulisse. "Waldrausch" ist eines davon. Die Geschichte einer Jahrhundert-Waldblüte, die ein ganzes Dorf in Liebestaumel und Raserei versetzt. Der Rausch zieht sich leitmotivisch durch die Dokumentation, als Blätterrauschen, Heimatrauschen, genauso als Alkoholrausch. Auch die preisgekrönte junge Regisseurin Lisa Miller lehnt sich mit „Landrauschen“, ihrem ersten Spielfilm, an Ganghofers Titel an, um ihn sogleich lustvoll zu brechen. Denn „Landrauschen“ ist ein queerer Dialektfilm, der im bayerisch-schwäbischen Irgendwo spielt. Und genau dort, im Irgendwo in Bubenhausen, bei der Filmfamilie von Lisa Miller, mit gebührend Distanz zu Ganghofer, siedelt sich „Und immer wieder Heimat“ an, um von dort aus, philosophisch und humorvoll dem heiklen Begriff Heimat näher zu kommen.