Doku über die jüdische Gemeinde Regensburg

Neujahr und Neubeginn

  • BR Fernsehen

  • 29.09.2019, 07:40 Uhr

  • 29 Min
  • Online bis 26.09.2020 Warum?

  • UT

Im Februar 2019 hat die jüdische Gemeinde Regensburg ihre neue Synagoge eröffnet. Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana, das am 29. September beginnt, berichtet Filmautorin Andrea Roth von diesem Neubeginn und den ersten großen Ereignissen, die die Gemeinde in der neuen Synagoge feiern konnte.

Julia bereitet sich schon seit Wochen auf ein großes Ereignis vor: Ihre Bat Mizwa, mit der sie als vollwertiges Mitglied in die jüdische Gemeinde Regensburg aufgenommen wird. Es ist die erste Bat Mizwa in der neuen Synagoge, die im Februar 2019 eröffnet wurde. Lange hatte die Gemeinde keinen ausreichenden Raum mehr in dem alten Gebäude. Erst durch die Hilfe der Stadt und eines Vereins wurde der Neubau der Gemeinderäume und der neuen Synagoge möglich. Die jüdische Gemeinde hat wieder ihren Platz in der Stadt gefunden und lädt auch nichtjüdische Bürger zu ihren Gottesdiensten und zahlreichen Veranstaltungen ein. Regensburg ist die älteste jüdische Gemeinde in Bayern, im Mittelalter waren Synagoge und Talmudschule über alle Grenzen hinweg berühmt. Doch 1519 wurden die Juden aus der Stadt verbannt, das jüdische Stadtviertel wurde zerstört. Es dauerte, bis sich wieder jüdisches Leben in Regensburg entfalten konnte. Jahrhunderte später verlor die Gemeinde im Holocaust die meisten ihrer Mitglieder. Erst durch die Zuwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion wuchs sie wieder an, heute zählt sie rund 1.000 Mitglieder. Und darunter ist eine wachsende Zahl junger Menschen, die hier, in den neuen Räumen, den Unterricht besuchen, die Gottesdienste und ihre Bar oder Bat Mizwa feiern. Ein Film zu Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, das am Abend des 29. September 2019 beginnt.