Die Wittelsbacher - Eine europäische Familie

Ein Film von Dieter Wieland

  • ARD-alpha

  • 26.12.2015, 15:15 Uhr

  • 43 Min

Darstellung des bedeutenden bayerischen Herrschergeschlechts, mit Anmerkungen von Prinz Franz, der das Wirken der Wittelsbacher anhand der Maßstäbe ihrer Zeit bewertet, zu ihrem Beitrag, Bayern als einen geistigen und kulturellen Brennpunkt Europas zu etablieren.

Im September 1180, also vor 800 Jahren, hat Kaiser Friedrich Barbarossa einen Wittelsbacher mit dem Herzogtum Bayern belehnt. Bis 1918, 738 Jahre lang hat diese Familie dann in ununterbrochener Folge regiert als Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern, als Kurfürsten von der Pfalz, von Brandenburg, von Köln und Mainz, als Bischöfe von Freising, Salzburg, Regensburg und Passau, von Lüttich, Münster, Hildesheim, von Osnabrück und Paderborn. Die Wittelsbacher waren Herren von Holland und Statthalter der spanischen Niederlande, Könige von Böhmen, von Griechenland und Schweden und zweimal deutscher Kaiser. Helden und Generäle waren wenige darunter, dafür eine Fülle von farbigen Charakteren, menschlich und faszinierend über die Zeiten hinweg, von keinem Höhepunkt deutscher Kunst- und Geistesgeschichte wegzudenken. Sie vermitteln Lebensart, Kultur und Künstler von Rom, Paris, von Wien und Brüssel nach Deutschland, Musiker, Maler, Bildhauer, Dichter, sie legen die berühmtesten deutschen Kunstsammlungen und Bibliotheken an, sie bestimmen den Weg deutscher Frömmigkeit und Konfessionsverteilung, sie gründen und fördern wichtigste Städte, Klöster und Residenzen, ihre Schlössen und Gärten haben das Bild von Deutschland geprägt, von Brühl bis Heidelberg, von Schwetzinger bis Nymphenburg, von Neuschwanstein bis Herrenchiemsee. Deutsch Romantik ist ohne die Wittelsbacher nicht denkbar und nicht der Weg der Wissenschaften im 19. Jahrhundert. Ihr Hauptwerk aber ist das moderne Bayern, das alte Kernland der Familie, das sie mit viel Geschick und Klugheit mit den neu erworbenen Landesteilen Schwaben und Franken im 19. Jahrhundert zu einem funktionierenden Staatswesen zusammenschweißen. Der Film von Dieter Wieland soll zeigen, wie die charakteristischen Eigenschaften der Familie, das bäuerliche Beharren, eine vorsichtige Politik des Möglichen und ihr hochentwickelter, anspruchsvoller Kunstsinn in 800 Jahren Kontinuität Form und Format gegeben haben.