Der Böhmerwald | 20.01.2020

Eine Wildnis mitten in Europa (2/2)

  • BR Fernsehen

  • 20.01.2020, 20:00 Uhr

  • 44 Min
  • UT

Die zweiteilige Hochglanzreihe porträtiert Menschen, die sich seiner Magie nicht entziehen können. Das Filmteam begleitet sie vor der bildstarken Kulisse des märchenhaften Böhmerwalds im Dreiländereck Bayern-Österreich-Tschechien.

Der Wald ist aus seinem Leben nicht wegzudenken, als Ort der Magie, der Ruhe und des ständigen Lernens: Pavel Hubeny ist Leiter des Nationalparks Šumava. Er setzt sich dafür ein, dass ein Urwald für künftige Generationen wachsen kann, in den der Mensch nicht eingreift. Im Boubín, einem Schutzgebiet, nur einige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt, gibt es bereits jetzt Bäume, die weit über 500 Jahre alt sind. Die Vision von einem Urwald teilt auch Claus Bässler. Für den Förster ist der Wald Forschungsobjekt. Seit Jahren ist ein dramatisches Insektensterben zu beobachten mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Natur. Er will dem Artensterben entgegenwirken und lässt Bäume fällen, damit künstlich Totholz geschaffen wird. So entsteht ein neuer Lebensraum für seltene Käfer und Pilze. An der Moldau liegt die "Perle des Böhmerwalds": das Städtchen Krumau. Eines seiner Aushängeschilder ist das Barocktheater mit einer noch vollständig erhaltenen Bühnentechnik aus dem 17. Jahrhundert. Regisseurin Suzana Vrbová verzaubert mit ihren Inszenierungen Menschen aus aller Welt. Neben der Landwirtschaft sicherte vor allem der Waldreichtum den Bewohnern des Böhmerwalds den Lebensunterhalt. Der bodenständige Schreiner Philipp von Manz glaubt an die Kraft von Vollmondholz und verarbeitet nur heimische Hölzer für seine Kunden in ganz Deutschland. Die Tierärztin Judith Gollner, aufgewachsen im österreichischen Teil des Böhmerwalds, hat lange in Wien gelebt und sich bewusst für die Rückkehr entschieden. Sie mag den Menschenschlag und ist stolz auf "ihre Bäuerinnen", die eins mit ihr teilen: Die Liebe zum Böhmerwald.