Challenge: Roboter gegen Personaler

Wenn Roboter Menschen einstellen

  • ARD-alpha

  • 23.11.2017, 18:00 Uhr

  • 7 Min

Wer ist der bessere Personaler? Mensch oder Maschine? Befürwortern der künstlichen Intelligenz ist die Antwort klar: Algorithmen entscheiden in Zukunft, ob wir einen Job bekommen oder nicht.Erfahrung und Bauchgefühl werden ersetzt durch emotionslose Beurteilung. Zu Recht? Campus Magazin macht den Test.

Robot Recruiting heißt es, wenn Algorithmen Bewerbungen lesen und entscheiden, ob der Bewerber für die Stelle geeignet ist oder nicht. In den USA setzen schon heute über 90% aller Firmen auf automatisierte Bewerbungsverfahren. In Deutschland sind es bisher vor allem Technologieunternehmen, doch das Interesse steigt. Peter Kolb ist Geschäftsführer der Allgäuer Firma LogOn Consulting. Mit seinem Recruiting-Algorithmus „EasyApply“ spielt er weltweit in der ersten Liga. Während man bei anderen Algorithmen häufig online Fragebögen ausfüllen muss, die den Bewerber oft schon beim kleinsten Schreibfehler gleich aussortieren, geht EasyApply nach einem Ampelssystem vor und gibt sogar Motivationsempfehlungen, wenn jemand nicht hundertprozentig passt. Peter Kolb ist sich sicher, dass das erst der Anfang ist. „Die Tatsache, dass jemand für Jobs Bewerbungen optimiert wird es nicht mehr geben. Also ich glaube dran, dass der Job Sie finden wird.“ Peter Kolb LogOn Cosulting Anders sieht es Michael Witt. Er hat jahrelange Erfahrung im Personalwesen, er weiß worauf es bei einer guten Bewerbung ankommt. Er sieht Algorithmen bestenfalls als Zusatzhilfe an. Er vertraut lieber auf seine Erfahrung und das Bauchgefühl. Denn schließlich arbeiten ja am Ende Menschen mit Menschen zusammen. „Also für mich sind diese Techniktools so Assistenzsysteme, wie beim Auto. Die schaltet man ein, wenn man sie braucht […] oder sind immer im Hintergrund tätig und helfen einem bei der Wertschöpfung.“ Michael Witt Personalexperte