alpha-retro: Gärten und Schrebergärten

Gartenzwerge (1961)

  • ARD-alpha

  • 17.04.2020, 19:05 Uhr

  • 16 Min

Auf einer Tagung der Evangelischen Akademie in Tutzing im Jahr 1961 wurde über den Gartenzwerg diskutiert! Wirklich? Den Theologen z.B. interessierte, warum sich Menschen einen Gartenzwerg kaufen. Auch die Karikaturistin Franziska Bilek wird zuhause besucht: Sie hat einen großen Gartenzwerg, der freilich nicht den Unbilden der Natur ausgesetzt ist, sondern in der Wohnung leben darf. Kann das alles wahr sein? Der Bayerische Rundfunk gab damals an, es handle sich bei diesem Film um eine Glosse.

Auf einer Tagung der hoch renommierten Evangelischen Akademie in Tutzing im Jahr 1961 wurde über den Gartenzwerg diskutiert! Wirklich? Den Theologen interessierte die Frage, warum sich immer mehr Menschen einen Gartenzwerg kaufen. Er meinte, das hätte mit dem Wunsch des Bundesbürgers nach privatem Leben zu tun. Er sagt, heute habe der Mensch nur wenig Gelegenheit, privat zu sein. Ein Gartenzwerg dokumentiere jedoch: „Wenn ich in meinem Garten bei dem Gartenzwerg bin, dann kann mir die ganze übrige Welt gleich sein.“ Auch der Mythologe kommt zu Wort, ebenso wie ein Soziologe und ein Volkswirtschaftler. Auch die berühmte Karikaturistin Franziska Bilek wird zuhause besucht: Sie hat einen enorm großen Gartenzwerg, der freilich nicht den Unbilden der Natur ausgesetzt ist, sondern in der Wohnung leben darf. Sogar der echte bayerische Arbeitsminister Walter Stain darf sich zum Gartenzwerg äußern und zur Frage, ob dieser einer guten Nachbarschaft dienlich sein kann. Kann das alles wahr sein? Der Bayerische Rundfunk gab damals an, es handle sich bei diesem Film um eine Glosse, also um einen satirischen oder polemischen journalistischen Meinungsbeitrag. Aha. Text: Wolfgang Habermeyer