Religion & Orientierung

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Orientierung | Das Religionsmagazin
Frauendelegation bei Bischofskonferenz |

„An der Zeit….“: Erstmals hochrangige Frauendelegation bei Bischofskonferenz „Im 21. Jahrhundert ist es einfach an der Zeit, dass die römisch-katholische Kirche nicht nur von Männern geleitet wird“, sagt Gabriele Eder-Cakl, Pastoralamtsdirektorin in der Diözese Linz. In den vergangenen Jahren hätten es zwar einige Frauen in Leitungsämter geschafft, doch das Top-Management in der römisch-katholischen Kirche sei nach wie vor fest in männlicher Hand und meist an ein Weiheamt gebunden. Man müsse das Thema sachte angehen und dürfe niemanden überfordern, betont Erzbischof Franz Lackner, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Einer der vorsichtigen Schritte: Erstmals waren 14 Frauen aus diözesanen Managementpositionen bei der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz im Wallfahrtsort Mariazell dabei – und auch am Wort. Es sei ein gutes und offenes Klima gewesen und man habe vieles ansprechen können, auch die „heißen Eisen“, wie etwa Diakonat oder Frauenpriestertum, war von den Managerinnen zu hören. Leider hätten aber bereits viele einst in der Kirche engagierte Frauen aufgegeben und die katholische Kirche verlassen. Dialog und Austausch sollten jedenfalls fortgesetzt werden und würden hervorragend zum aktuellen Wunsch von Papst Franziskus passen, weltweit einen synodalen Prozess in der römisch-katholischen Kirche in Gang zu setzen. Und irgendwann die Weihe? Warum es bis heute keine römisch-katholischen Priesterinnen gibt Die Diskussion um das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche wurde 1994 von Papst Johannes Paul II. – recht einseitig – „für beendet“ erklärt. Doch die Debatten um die Frage, ob die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern notwendig ist oder der römisch-katholischen Kirche die Vollmacht in dieser Frage fehlt, reißt nicht ab. Gemeinsam mit Experten und Expertinnen werden im aktuellen „Orientierung“-Beitrag unterschiedliche Argumente und die Hintergründe für das Ringen um diese Frage beleuchtet. Der Papst und seine „Unfehlbarkeit“: 150 Jahre Erstes Vatikanisches Konzil Vor etwas mehr als 150 Jahren, im Rahmen des Ersten Vatikanischen Konzils, verkündete Papst Pius IX. das Dogma von der Päpstlichen Unfehlbarkeit. Das war gleichsam auch die Geburtsstunde der Altkatholischen Kirche, die von römisch-katholischen Christen begründet wurde, die diese Entscheidung nicht mittragen wollten. Eine Entscheidung, die besagt, dass der Papst nicht irren kann, wenn es um Lehrentscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen geht, die er „ex cathedra" als endgültig entschieden verkündet. Seit ihrer Verkündung sorgt diese Unfehlbarkeit des Papstes für Kontroversen. Denn der Papst hat damit die ganze Vollmacht über die römisch-katholische Kirche. Er kann seither jedem Bischof vorschreiben, was er in seinem Bistum tun oder lassen soll. Er könnte Katholikinnen und Katholiken weltweit Vorschriften in Glaubens-, Lebens-, und Moralfragen machen. Äußerungen des Papstes, seine Enzykliken und Rundschreiben werden seither von zahlreichen Gläubigen wie unfehlbare Lehrentscheidungen aufgenommen. Doch das sind sie keineswegs: Tatsächlich wurde in den vergangenen 150 Jahren nur ein einziges Mal ein Dogma unter Inanspruchnahme der Päpstlichen Unfehlbarkeit verkündet – und zwar das Dogma von der „leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ durch Papst Pius XII. im Jahr 1950. – Im „Orientierung“-Beitrag kommen neben dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf die Historikerin Brigitte Mazohl und die Philosophin Katharina Lacina zu Wort, außerdem Michael Seewald, Professor für Dogmatik an der Universität Münster, der nüchtern bilanziert: „Heute erscheint das Dogma der Unfehlbarkeit vielen als eine Last, die anachronistisch wirkt und die eine Isolierung kirchlicher Diskussionen hin auf die Position des Papstes bewirkt.“

19.06.202131 Min