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Die Sprachreiniger und das Wort des Jahres

Karl-Heinz Göttert im Gespräch über sein Buch "Die Sprachreiniger. Der Kampf gegen Fremdwörter und der deutsche Nationalismus" (Ullstein): Reinheitsgebote haben beim Bier ihre Berechtigung, wer sie allerdings auf die Sprache ausdehnen möchte, läuft in die Irre. Das sieht man schon an so bizarren Unterfangen wie dem, das französische Wort "Sauce" durch die ungustiöse Neuschöpfung "Beiguß" bzw. die teutsche "Tunke" ersetzen zu wollen und an Bestrebungen, die spanische "Zigarre" in "Rauchrolle" oder "Rölling" umzubenennen. Derlei realsatirisch anmutende Unterfangen hat es tatsächlich gegeben, und man muss sie wohl bierernst nennen. Der Germanist Karl-Heinz Göttert erzählt davon in seinem neuen Buch "Die Sprachreiniger". Ein erhellendes Werk über "die vergiftende Verquickung von Sprache und nationaler Würde", über die "dumme Fremdworthetze", welches den Bogen bis in unsere Gegenwart spannt. Ein Buch nicht zuletzt über die deutsche Vereinsmeierei, ist es doch der 1886 gegründete "Allgemeine Deutsche Sprachverein", den Karl-Heinz Göttert hier im Besonderen unter die Lupe nimmt. Ein Verein, dem von 1900 bis 1921 Otto Sarrazin, der Urgroßonkel Thilo Sarrazins, vorsaß und dessen Nachfolger die "Gesellschaft für deutsche Sprache" ist, die am heutigen Freitag das "Wort des Jahres 2019" bekannt gibt.

Die Sprachreiniger und das Wort des Jahres | Bild: Ullstein Buchverlage
9 Min. | 28.11.2019

VON: Cordsen, Knut

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