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Väter und Söhne - Ein Generationendrama

Wolfram Koch ist Tatort-Kommissar und Theaterstar. Vom Starruhm ist sein Sohn Max noch weit entfernt. Während Vater Wolfram in Frankfurt die Titelrolle in Shakespeares "Richard III" spielt, war Sohn Max am Münchner Residenztheaters in einer anderen Inszenierung desselben Stücks als Lord Stanley besetzt. Lord wer? Eine Nebenrolle, noch dazu eine eher unbedeutende. Wie ist das, sich im Schatten eines berühmten Vaters ins Rampenlicht vorzutasten? Sind Väter Vorbilder, an denen man sich dabei orientieren kann? Oder grenzen sich Söhne bewusst ab? Und wie blicken Schauspielerväter auf ihre Söhne: Voll Stolz? Oder eher skeptisch, weil sie um die Schwierigkeiten des Berufes wissen? Und was, wenn sich das Verhältnis irgendwann verkehrt und der Sohn den Vater in Ruhm und Erfolg überflügelt? Kommen Konkurrenzgedanken auf? In seinem Roman "Väter und Söhne" schildert Iwan Turgenjew die Gedanken des Gutsherrn Nikolaj Petrowitsch Kirsanow über sich und seinen Sohn Arkadij: "Wir sind unter die ausgedienten Leute geraten, unser Liedchen ist ausgesungen. (...) Er hat mich überholt, und wir können einander nicht verstehen." Generationendramen spielen sich in vielen Familien ab, aber in Schauspielerfamilien kann die Öffentlichkeit zusehen. Christoph Leibold hat Schauspielerväter und -söhne zu ihrem Verhältnis befragt: Wolfram und Max Koch. Rufus und Jonathan-Elias Beck. August und Johannes Zirner. Aber auch Schauspieler Herbert Fritsch, dessen Sohn Simon sich bewusst gegen den Beruf des Vaters entschieden hat. Oder André Jung und Sohn Max, der hin- und hergerissen ist, ob er in die großen Fußstapfen des Vaters treten soll oder besser nicht. Alle zusammen bilden die Besetzung dieses vielstimmigen Generationendramas, das weder Söhne noch Väter zu Statisten degradiert. Alle spielen in diesem Feature Hauptrollen. Väter und Söhne auf Augenhöhe.

radioReportage | © 2017 Bayerischer Rundfunk
53 Min. | 24.5.2019

VON: Leibold, Christoph

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