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Flanieren in Corona-Zeiten

"Langsam durch belebte Straßen zu gehen, ist ein besonderes Vergnügen. Man wird überspült von der Eile der anderen, es ist ein Bad in der Brandung." Der erste Satz aus einem Klassiker der Flanierliteratur, Franz Hessels Buch "Spazieren in Berlin". Geschrieben 1929. Klingt derzeit leider sehr historisch. Denn wenn etwas den Straßen in dieser Coronazeit fehlt, dann: das Leben, die anderen. Spaziergänger allerdings gibt es. Immer mehr. Denn: Flanieren ist schließlich das neue Ausgehen. Es ersetzt Museums-, Theater-, Wirtshaus- und Barbesuch. Man schöpft Atem, man trifft Freunde, man sinniert vor sich hin. Gezwungenermaßen ist Spaziergehen ist die Tätigkeit der Stunde. Kommt sie dadurch zu neuer Blüte -oder ist sie ihrem Wesen nach dadurch überfordert? Barbara Knopf spricht mit Martin Schmitz, Professor Promenadologe. Außerdem: Initiative GG 5.3. Weltoffenheit: Ein kulturelles Plädoyer für eine offene Debattenkultur angesichts von wachsendem Rassismus und Antisemitismus / Von Liebenden und Mordenden: Rosa von Praunheims Film "Darkroom" stützt sich auf einen historischen Fall / Und: Grandezza der konzentrierten Geste -Jean-Louis Trintignant feiert seinen 90. Geburtstag.

Flanieren in Corona-Zeiten | Bild: Max Hofstetter
22 Min. | 10.12.2020

VON: Knopf, Barbara

kulturWelt | Bild: BR
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