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Deutschland diskutiert die Viertagewoche

Wenn die Ethnologen richtigliegen, haben die Menschen früher - z.B. die Jäger und Sammler der Steinzeit - nur 2, 3 Stunden pro Tag gearbeitet, um ihre Familien zu versorgen. Die Entwicklung, die dann einsetzte, ist interessant: Mit der Sesshaftigkeit und der beginnenden Landwirtschaft steigt die Arbeitszeit, mit der Industrialisierung noch einmal. Mitte des 19. Jahrhunderts war es normal, sechs Tage pro Woche 12 bis 14 Stunden zu schuften. Dann wurde die Forderung nach dem 8-Stunden-Tag laut. Umgesetzt wurde sie aber erst nach dem Ersten Weltkrieg. Und heute? Wünschen sich verschiedene Seiten die 30-Stunden-Woche als Norm. Neuen Schub hat die die Debatte Anfang der Woche von der Linken bekommen. Begründet mit der Digitalisierung und mit Pragmatismus in Corona-Zeiten. Aber bevor hier Illusionen entstehen: auch diese Diskussion ist schon rund 100 Jahre alt. Gesellschaftlich umgesetzt wurde die Utopie der 4 Tage Woche allerdings noch nie. Warum eigentlich nicht? Ein beitrag von Barbara Knopf. Außerdem: "Everywoman" - So war Milo Raus "Jedermann"-Bearbeitung bei den Salzburger Festspielen / "Hypochonder leben länger" - Der Schriftsteller und Psychiater Jakob Hein veröffentlicht "gute Nachrichten aus meiner psychiatrischen Praxis" / "Herausragendes literarisches Gesamtwerk" - Christine Wunnicke erhält den Literaturpreis der Stadt München

Deutschland diskutiert die Viertagewoche | Bild: Blend Images
23 Min. | 19.8.2020

VON: Ortmann, Joana

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