kulturWelt

"Der Geburtstag" von Regisseur Carlos Morelli

Als Subgenre des Horrorfilms muß im Grunde genommen der Familienfilm gelten. Was eignete sich besser zu einem Katastrophensetting als ein Fest, zu dem alle geladen sind, die sonst peinlich darauf bedacht sind, sich nicht zu begegnen. Die Versuchsanordnung ist natürlich großartig, sofern der Film Wert legt auf ein unerbittliches Ausloten der Abgründe. Das war so beim Dogma-Film "Das Fest" von Thomas Vinterberg, der sich steigerte zu einer Abrechnung über familiären sexuellen Missbrauch. Das war ansatzweise auch so in Lars Kraumes Film "Familienfest" mit diabolischen Darstellern wie Lars Eidinger und Hannelore Elsner. Der Film "Der Geburtstag" von Carlos Morelli spürt diesen familiären Erschütterungen in einer zerbrochenen Kleinfamilie nach. Nicht als üppige Feier, sondern in Schwarz-Weiß, ein film noir vielleicht. Marie Schoess über "Der Geburtstag" mit Mark Waschke und Anne Ratte-Polle in den Hauptrollen. Unsere weiteren Themen: Kultur der Schamlosigkeit? Ein Gespräch mit dem Soziologen Sighard Neckel über ein inflationäres Gefühl und über Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen / Und: "Hermeto´s Universe" - eine nordische Hommage an den brasilianischen Avantgarde-Jazzer von Steffen Schorn und Det Norske Blaseensemble.

"Der Geburtstag" von Regisseur Carlos Morelli | Bild: © W-film / Friede Clausz
24 Min. | 24.6.2020

VON: Knopf, Barbara

kulturWelt | Bild: BR
BAYERN 2

kulturWelt

Neueste Episoden