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Carlo il Calvo

Herrschernamen können sprechend sein und doch in die Irre führen. Karl der Kahle beispielsweise, westfränkischer König und Römischer Kaiser im 9. Jahrhundert, verfügte nicht über eine haarlose Physiognomie -so ein Spitzname wäre vermutlich zu unverschämt gewesen. Im Grunde war es noch perfider: Im Streit mit der karolingischen Verwandtschaft, die das Europa Karls des Großen unter sich aufteilte, ging Karl der Kahle teilweise leer aus, und stand eine Zeitlang also ziemlich kahl da - im Sinne von landlos. Aber: Er wurde zum Protagonisten einer Oper. Nicola Antonio Porpora, der Lehrer des berühmten Kastraten Farinelli in Neapel und der Rivale Händels in London, hat sie 1738 geschrieben. Gestern Abend eröffnete Carlo il Calvo das neue Barockfestival Bayreuth Baroque im Markgräflichen Theater. Peter Jungblut war dort. Unsere weiteren Themen: Aktivist, Anarchist, Anti-Kapitalist und Autor: Ein Nachruf auf den Vordenker der Occupy-Bewegung David Graeber / Zerstörung des jesidischen Kulturerbes im Irak: eine Rekonstruktion durch die Künstlergruppe Forensic Architecture im Schafhof Freising / Halluzinationen" - Das neue Album von Sophie Hunger

Carlo il Calvo  | Bild: BR Bild
22 Min. | 3.9.2020

VON: Knopf, Barbara

kulturWelt | Bild: BR
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