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Kanon? Welcher Kanon?

Für das venezianische Opernpublikum des Jahres 1651 war klar: Die antike Mythologie kann amüsant sein, wenn sie an zeitgenössische Unterhaltungsbedürfnisse angepasst wird. So wurde in den Händen des Komponisten Francesco Cavalli aus der eher betrüblichen Geschichte der Nymphe Kallisto und ihres Vergewaltigers Jupiter ein rasantes Opernspektakel. Der leichthändige Umgang der barocken Venezianer mit der literarisch-mythologischen Tradition stellt Fragen an unser Verhältnis zu den überlieferten Stoffen und Geschichten. Kann es in einer vielfältigen Gesellschaft noch etwas wie einen Kanon geben? Wird der Kanon zum Instrument kultureller Ausgrenzung oder brauchen wir ihn gerade dort als Orientierung, wo das Verbindende zu schwinden droht? Fördert oder hemmt ein künstlerischer Kanon die Fliehkräfte in der Gesellschaft? Martina Boette-Sonner diskutiert mit dem Dramatiker Autor und Regisseur Nuran David Calis und mit dem Schriftsteller, Theatermacher und Künstler Björn Bicker anlässlich der Nürnberger Neuinszenierung von Cavallis "La Calisto" über Kunst in einer sich verändernden Gesellschaft.

Kanon? Welcher Kanon?  | Bild: Picture Alliance
66 Min. | 14.1.2020

VON: Boette-Sonner, Martina

Kulturjournal | Bild: BR
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