Travelling Art Gallery Kunstausstellung im Schaufenster

Seit drei Jahren tourt die "Travelling Art Gallery" mit südafrikanischer Kunst durch Städte. Die Ausstellung im Lenbachpalais – als krönender Jahresabschluss gedacht – ist jetzt zumindest teilweise in den Schaufenstern zu sehen.

Von: Gaby Weber

Stand: 20.12.2020 | Archiv

Travelling Art Gallery im Lenbachpalais | Bild: Jelena Moro

Den besten Eindruck bekommt man in den frühen Abendstunden, dann fangen die Schaufenster des Lenbachpalais zu leuchten an und strahlen die Passanten farbenfroh an: Die "Travelling Art Gallery" präsentiert dort Kunst aus Südafrika.

Eigentlich sollten die Werke auf 800 Quadratmetern präsentiert werden, doch der Lockdown hat die Pläne zunichte gemacht. Seit drei Jahren tourt die reisende Kunstgalerie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz - und die Ausstellung im Münchner Lenbachpalais sollte nun der krönende Jahresabschluss werden. Immerhin: Die Ausstellung in den Schaufenstern hat derzeit nicht sehr viel Konkurrenz.

Junge Kunst aus Südafrika

Die Organisatoren Barbara Lenhard und Florian Gast kommen aus Deutschland, leben aber schon seit mehr als zehn Jahren in Südafrika und kennen die Künstlern oft schon viele Jahre. "Claude Chandler zum Beispiel, ist in Durban geboren und durch und durch aus einer Künstlerfamilie, ich mache immer den Witz, dass er schon als kleiner Wurm mit Pampers durch Vernissagen gerannt ist, Claude Chandler lebt jetzt in Kapstadt, ist Anfang 30. Claude macht eine Mal- und Spraytechnik, er hat eine Stempeltechnik entwickelt und hat sie den Gesichtern der Porträtkunst verschrieben", sagt Barbara Lenhard. 

Auch Andrew Ntshabele liegt der Galeristin sehr am Herzen. Der 34-Jährige arbeitet in Johannesburg, fängt seine Motive mit der Kamera ein und malt sie dann auf Zeitungs- oder Notenpapier. Es sind Szenen des täglichen Lebens.

Internationale Sichtbarkeit schaffen

Mit den Pop-Up-Ausstellungen wollen die beiden Organisatoren einen andere Zugang zur Kunst ermöglichen und den Künstler*innen und Künstlern eine internationale Präsenz zu verschaffen. Für Künstler in Südafrika ist sehr schwer, Fuß zu fassen und wirtschaftlich über die Runden zu kommen.

Über 300 Werke wurden für die Ausstellung nach München geschickt und einige von ihnen werden erstmal nur im Schaufenster zu sehen sein. Einen Lichtblick gibt es auch: solange für die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Lenbachpalais noch kein Mieter gefunden ist, darf die "Travelling Art Gallery" bleiben.