Residenztheater Jugend gegen totalitäre Herrschaft

In seiner Inszenierung von „Es waren ihrer sechs“ am Residenztheater feiert Regisseur Michał Borczuch den Widerstandskampf der „Weißen Rose“ als ewige Idee.

Stand: 17.02.2021

Theaterstück "Es waren ihrer sechs" am Residenztheater | Bild: Wojciech Sobolewski

Als 1945 der Roman "Es waren ihrer sechs" des in die USA emigrierten Autors Alfred Neumann erschien, löste er eine heftige Kontroverse in Deutschland aus. Basierend auf einem Zeitungsartikel entwickelte Neumann ein "freies Spiel der Fantasie" über das Leben und Wirken der der Mitglieder der Weißen Rose. Fern der tatsächlichen Namen, Nationalitäten und Gegebenheiten ging es ihm darum, eine "ewige Idee" des jungen Widerstands gegen Totalitarismus und Diktatur zu entwerfen.

Diese Idee stellt den Ausgangspunkt der Inszenierung von Regisseur Michał Borczuch und Dramaturg Tomasz Śpiewak am Residenztheater dar: Die Geschichte der Weißen Rose wird neu kontextualisiert, etwa mit heutigen, jugendlichen Protestformen. Die beiden Theatermacher arbeiten dabei sowohl mit dramatischen, als auch filmischen Mitteln. "Es waren ihrer sechs" ist keine klassisch abgefilmte Theater-Darbietung, sondern arbeitet mit Filmmaterial aus dem gesamten Probezeitraum.