Münchner Kammerspiele Stefan Merki imaginiert Stefan Merki

Sich kennenlernen, rauskriegen, wie eine*r tickt, was er*sie hinter sich hat und gern hat, das ist nicht leicht in Zeiten der Pandemie. In den Kammerspielen hilft ein Podcast, da stellen sich die alten und neuen Ensemblemitglieder vor: AmA ohne Maske.

Stand: 25.11.2020 | Archiv

Der Schauspieller Stefan Merki | Bild: Münchner Kammerspiele/ Paul Hutchinson

"In Bezug auf den Beruf würde ich gerne das Lampenfieber eliminieren", sagt Stefan Merki in dem Podcast "AmA ohne Maske", der auf der Seite der Münchner Kammerspiele zu finden ist. So ein alter Hase auf der Bühne – vor gut 30 Jahren startete der Schweizer im Ensemble des Berliner Schillertheaters – und dann Lampenfieber? Ja, gerade weil er so lange schon auf der Bühne steht! Denn die Schauspielerei, das macht Merki klar, hat wenig mit Routine zu tun. Eher schon mit der Kunst, gefasst dem Unvorhersehbaren zu begegnen. Und weil mit dem immer zu rechnen ist, wächst das Lampenfieber mit der Bühnenerfahrung: "Das ist nicht so, dass das weniger wird, das ist ein bisschen tragisch, das wird eher mehr, je länger man das macht. Weil man wahrscheinlich ahnt, was alles schief gehen kann".

Und Stefan Merki erzählt in dem Podcast noch mehr über sich, seine Traumrolle – Asterix! er brauche sich nur einen Schnurrbart zu machen – , seinen ersten Auftitt – im Nikolauskostüm Zuschauern die Schuhe putzen – und von seiner Leidenschaft: "Ich brauche unbedingt, dass geredet wird, damit ich dabei sein kann.“

AmA - wie Anfang mit Abstand?

Schauspielerin Wiebke Puls hat den Podcast mit dem rätselhaften Namen "AmA ohne Maske" erfunden. AmA? Wie Anfang mit Abstand? Gut möglich, denn in den Kammerspielen ist mit der neuen Intendanz von Barbara Mundel jetzt alles auf Anfang gestellt: neue Regisseur*innen und Dramaturg*innen, und vom Ensemble unter Lilienthal sind nur noch zehn Schauspieler*innen übergeblieben, rund 20 sind neu hinzugekommen. Im Podcast "AmA ohne Maske" können wir sie und können sie sich gegenseitig kennenlernen: mit gebührendem Abstand und ohne Maske – eben nur per Audiofile. Aber das funktioniert, nicht nur bei Stefan Merki. Überzeugen Sie sich selbst:

Und wer gerade in der Münchner Innenstadt ist, kann vorbeischauen an den Kammerspielen. Die sind zwar geschlossen, aber laden zum "Covivid Theatre" ein. "Sie können nicht rein. Aber wir gucken raus. Flanieren Sie um die Kammerspiele. Schlendern Sie die Hildegardstraße entlang, biegen Sie in die Falckenbergstraße ein. Schauen Sie in unsere Schaufenster. Sehen Sie uns beim Proben zu", heißt es auf der Webseite. Zusammen mit dem "AmA ohne Maske-Podcast" eine wunderbare Gelegenheit, die 30 Schauspieler*innen schon mal kennen zu lernen, die in den nächsten Jahren das Theater prägen werden.