Salzburger Festspiele Igor Levit spielt Beethovens Klaviersonaten

Ein ebenso großer Pianist wie auch leidenschaftlicher Vermittler: Igor Levit. In Salzburg führt er seinen Beethovenzyklus auf – hier zum Nachschauen im Stream.

Stand: 03.08.2020 | Archiv

Igor Levit | Bild: Felix Broede

„Wenn wir als Branche und als Welt nicht mehr mit dem Rücken zur Wand stehen, dann können wir darüber reden, ob es überhaupt sowas gibt wie Solidarität. Stand jetzt: in sehr vielen Fällen gibt es sie nur postuliert in offenen Briefen“, das sagte Igor Lewit im BR-Salzburg-Spezial. Er mahnte an, sich grundsätzlich zu fragen, welchen Platz Musik in unserer Gesellschaft haben solle – und wer das finanziert.

Der Pianist Igor Levit gehört zu den wichtigsten klassischen Musikern. Weil er wunderbar musiziert, aber auch, weil er öffentlich Stellung bezieht zu gesellschaftlichen Fragen, wie zum Beispiel dem Umgang mit Geflüchteten. Bei den Salzburger Festspielen 2020 spielt Levit Beethovens Klaviersonaten. Auch Beethoven war bekannt dafür, mit seiner Meinung nicht hinterm Berg zu halten. Eine kongeniale Partnerschaft also, ein Match unter Gleichgesinnten. ARTE Concert zeigt alle acht Konzerte des Beethoven-Zyklus, der am 21. August vollendet wird.

Der Livestream bleibt bis zum 2. September 2020 verfügbar.

32 X BEETHOVEN

Unbedingt hörenswert ist auch Igor Levits Podcast über Beethoven. In dem erzählt er sprühend - und manchmal geradezu verzweifelt - über die Schwierigkeiten aller Sonaten und davon, was ihn am Titan Beethoven so fasziniert. Und das in 32 Folgen - für jede Sonate eine Podcastepisode, in denen es auch immer darum geht, warum Beethovens Musik bis heute Menschen inspiriert, sich für Freiheit und Menschlichkeit einzusetzen. Furios illustriert von Igor Levit am Klavier - im Gespräch mit seinem guten Freund, dem Beethoven-Experten Anselm Cybinski. 32 Sonaten. 32 Podcastfolgen. Ein manchmal von Kopfschmerzen geplagter Igor Levit. Der ist immer ein witziger Gesprächspartner. Und ein Weltklasse-Pianist, der einen Heidenrespekt vor der „Rampensau“ Beethoven hat. Einem Musiker, der nicht nur als Komponist, sondern auch als Interpret der Welt sagen wollte: Hier bin ich! Ich erfinde die Welt neu! Der Stücke wie op.2 Nr. 3 schuf, von denen Levit sagt, „in acht von zehn Fällen“ scheitere er dabei. „Wahnsinnig gemein!“, „pianistische Schwerstarbeit“ und ein „pianistisches Selbstmordkommando“.