Zoom-Diskussion am 5.3. Reden wir genug über die Gewalt gegen Frauen?

Die Zahlen sind erschreckend – die Reaktionen der Gesellschaft aber verhalten. 2019 wurden fast 115.000 Fälle von Partnerschaftsgewalt gegen Frauen durch das BKA erfasst. Was können wir dagegen tun?

Stand: 25.02.2021

Mann mit Messer im Treppenhaus | Bild: BR

Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner umgebracht. Von der US-amerikanischen Essayistin Rebecca Solnit stammt die bittere Frage, warum wir es hinnähmen, dass seit 1945 mehr Frauen Opfer von häuslicher Gewalt wurden als Soldaten in Kriegen der USA gefallen sind. Gibt es in unserer Gesellschaft eine Struktur, die den Mord an Frauen herunterspielt und bagatellisiert? Billigen wir letztlich Gewalt gegen Frauen als normal?

Darüber wollen auf einer Online-Konferenz Christina Clemm (Fachanwältin für Strafrecht und Familienrecht), Dr. Monika Schröttle (Politologin und Sozialwissenschaftlerin) und Andreas Schmiedel (Leiter der Fachstelle des Münchner Informationszentrum für Männer) über den „Tatort Zuhause“ diskutieren. Die Expertinnen und Experten schildern Erfahrungen aus ihren Arbeitsbereichen und diskutieren Handlungsmöglichkeiten. Es moderiert Christiane Mudra, Autorin und Regisseurin von "The Holy Bitch Project", einem Stück, das im Juni (hoffentlich) Premiere hat.

Zur Zoom-Konferenz am 5.3.2021 müssen Sie sich unter investigativetheater@gmail.com anmelden. Den Link zur Diskussion erhalten Sie dann per Mail. 

Die Gäste:

Christina Clemm, Berlin
Fachanwältin für Strafrecht und Familienrecht, vertritt häufig Betroffene von sexualisierter, geschlechtsspezifischer, rassistischer und rechtsextremer Gewalt. Autorin von „Akteneinsicht – Geschichten von Frauen und Gewalt“.

Dr. Monika Schröttle, München
Politologin und Sozialwissenschaftlerin, Professorin für Soziale Arbeit und Teilhabe an der RWU Ravensburg-Weingarten, Leitung der Forschungs- und Beobachtungsstelle Geschlecht, Gewalt, Menschenrechte am Institut für empirische Soziologie in Nürnberg, Koordinatorin des European Observatory on Femicide und des European Network on Gender and Violence, Projektleiterin der ersten großen Repräsentativstudie zu Gewalt gegen Frauen.

Andreas Schmiedel, München
Leiter der Fachstelle des Münchner Informationszentrum für Männer, Fachkraft für Partnerschaftsgewalt, Elternberatung bei häuslicher Gewalt im Münchener Modell u.a., Referent für Täterarbeit, Gewalt Prävention, Ausbilder für Fachkräfte Täterarbeit HG.