Raise Your Voice Literatur-Nacht in der Tafelhalle Nürnberg

In einer Langen Nacht der Literatur sind internationale Autorinnen und Autoren in der Nürnberger Tafelhalle in den Dialog miteinander getreten. Auf Einladung des Schriftstellers Albert Ostermeier präsentierten sie ihre literarischen Perspektiven.

Von: Norbert Küber

Stand: 23.11.2021

Jede und jeder hat eine eigene Sprache und eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Allerdings hat es die Pandemie erschwert, dass Autorinnen und Autoren und ihre Positionen gesellschaftlich sichtbar werden. Viele zentrale Fragestellungen werden in ihrer Dringlichkeit nicht wahrgenommen: von Diversität bis Teilhabe, Klimawandel oder geopolitische Verantwortung.

Dialog mit Kunst, Politik, Gesellschaft

Aus diesem Grund hat der Münchner Schriftsteller Albert Obermaier internationale Autorinnen und Autoren unter dem Titel "Raise your Voice" zu einer Langen Nacht der Literatur in die Nürnberger Tafelhalle eingeladen – unter strenger Kontrolle der 2G-Regeln. Dabei ging es um Unerhörtes und Überhörtes, um das Zuhören, darum, die Stimme zu erheben für Rechte und Menschlichkeit. Es ging um einen Dialog mit der Kunst, mit Politik und Gesellschaft.

Fernab von einem klassischen Literaturformat versteht sich "Raise Your Voice" als ein Festival für Demokratie und Vielstimmigkeit, Literatur als teilnehmende Beobachtung, als Einmischung und als Ermutigung, in tiefer Überzeugung, dass Literatur ein Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen ist.

Können wir die Welt verändern?

Die Veranstaltung beschäftigte sich mit Fragen wie: Muss sich Literatur positionieren? Und wenn ja, wie geht das nachhaltig und wirkungsmächtig jenseits lediglich tagespolitischer Einmischung oder kurzer Leuchtfeuer im Medienbetrieb? Können wir die Welt verändern? Wo endet künstlerischer Ausdruck und beginnt Aktivismus? Können wir anhand der Realität vor unseren Augen noch von künstlerischer Autonomie und Ästhetik reden? Muss man nicht über jene globalen Probleme reden, die kommen, die sich ankündigen?

Mitwirkende: Albert Ostermaier, Verena Lueken, Taqi Akhlaqi, Nahid Shahalimi, Nora Bossong, Olga Grjasnowa, Joshua Groß, Alawiyya Sobh, Stefan Weidner, Najem Wali, Bachtyar Ali, Stefan Otteni, Hosnijah Mehr (Slam)
Musik: Kiara Konstantinou, Cello