Verbrechensbekämpfung mit KI Pre-Crime – Verbrechen vorhersagen, bevor sie passieren

Das "Predictive Policing" wird in den USA und in vielen anderen Staaten inzwischen eingesetzt. Künstliche Intelligenz soll die Aktionen der Polizei so steuern, dass sie vor dem Verbrechen eintrifft. Welche Folgen hat das?

Stand: 09.10.2020 | Archiv

Im Film "Minority Report" nach einer Kurzgeschichte von P. K. Dick erahnen drei Mutant*innen, dass demnächst ein Mord geschehen wird. Die Polizei kann gerade noch rechtzeitig eingreifen – und ein Mörder wird verurteilt für eine Tat, die er noch gar nicht begangen hat. 

Was in der Science-Fiction die Precogs übernehmen, soll in der realen Welt bald die Künstliche Intelligenz leisten. In den USA unterstützen schon seit Jahren Computerprogramme die Polizei. Sie sagen, wohin die Streifen fahren müssen. Die fahren dann dorthin, wo in den letzten Jahren viele Straftaten begangen wurden – und nehmen viele, oft farbige Kleinkriminelle fest. Kritiker*innen sagen, wenn sie in anderen Gegenden mehr kontrollieren würden, stiegen auch dort die Fallzahlen an. 

Auch in Bayern analysiert ein Programm Wohngebiete danach, ob sie für Banden ein lukratives Ziel darstellen könnten. Allerdings hat sich schon gezeigt, dass auch Algorithmen sind nicht vorurteilsfrei. Auch in sie sind die Lebensanschauungen ihrer Programmierer*innen eingeflossen. Spoiler: Bei P.K. Dick ist die Vorhersage übrigens auch fehleranfällig bzw. anfällig für Manipulationen.