Online-Premiere Phädra Verbotene Liebe

Racines "Phädra" ist ein Klassiker des französischen Theaters, 1677 uraufgeführt in einer Pariser Villa. Die Premiere an Staatstheater Nürnberg findet dagegen erst einmal online statt. Um 19:30 beginnt die Aufführung auf YouTube.

Stand: 22.04.2021 13:31 Uhr

Phädra in einer Inszenierung des Staatsschauspiel Nürnberg
| Bild: Konrad Fersterer

Nein, auch diesmal keine "echte" Premiere. Auch das Staatstheater Nürnberg muss seine "Phädra" ins Netz verlegen. Schiller hat das Stück von Racine ins Deutsche übersetzt, eines der großen Klassiker des französischen Theaters. Allerdings reagierte das Publikum damals verhalten, zum Repertoirestück wurde "Phädra" erst nach und nach.

"Wie diese schweren Hüllen auf mir lasten,
Der eitle Prunk! Welch ungebetne Hand
Hat diese Zöpfe künstlich mir geflochten,
Mit undankbarer Mühe mir das Haar
Um meine Stirn geordnet? Muss sich alles
Verschwören, mich zu kränken, mich zu quälen?"

Phädra in der Übersetzung von Schiller

Phädra, Frau des Theseus, liebt ihren Stiefsohn Hippolyt – eine Leidenschaft, die für sie selbst, wie auch für alle anderen tabu ist. Außer sich vor Verzweiflung und grenzenloser Scham sucht sie einen Ausweg, aber ihre Möglichkeiten scheinen begrenzt: schweigen oder sterben. Doch selbst dar Tod scheidet aus, als die plötzliche Meldung vom Ableben ihres Gatten Theseus sie in politische Zwänge bringt – ihr zugleich aber auch ungeahnte neue Freiheit verheißt.

Die Krux des weiblichen Begehrens

Regisseurin Anne Lenk werden den ursprünglich antiken und von Racine streng klassisch bearbeiteten Stoff hinsichtlich dessen zentraler Frage untersuchen, mit welchen Mechanismen weibliches Begehren unterdrückt oder in die Katastrophe geführt wird.

Nach der Aufführung findet ein Live-Gespräch mit den Beteiligten statt, an dem alle Zuschauerinnen und Zuschauer sich per E-Mail oder per Chat beteiligen können.

Hier können Sie Karten bestellen. Die Preise liegen zwischen 0 und 6 Euro.