Oktoberfest-Attentat Ulrich Chaussys Kampf gegen die Einzeltäterthese

1980 kamen bei einem Bombenanschlag auf dem Oktoberfest 13 Menschen ums Leben. Die Behauptung, es handle sich um die Tat eines Einzelnen, leuchtete Ulrich Chaussy nie ein. Waren rechtsradikale Kreise mit involviert?

Von: Martin Zeyn

Stand: 25.09.2020

Mit Tüchern bedeckte Körper von drei Toten, die Opfer des Otoberfest-Attentats von 1980 wurden, liegen auf dem Boden vor dem Eingang zum Festplatz, Polizisten und Helfer laufen herum | Bild: dpa/picture-alliance

Ulrich Chaussy kenne ich als überaus netten Kollegen. Immer freundlich im Ton, offen für neue Themen. Und als jemanden, der an seinen Themen oft über Jahrzehnte dranbleibt. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bayerischen Rundfunk.

Zusammen mit dem Opferanwalt Werner Dietrich recherchierte Ulrich Chaussy in Archiven (selbst denen der Stasi) und befragte immer wieder die Augenzeugen. Der Journalist war nie bereit, seine Suche nach Wahrheit wirklich aufzugeben.

Ulrich Chaussy

Doch es gab viele Niederlagen bei seinen Versuchen, durch erneute Untersuchungen die Unstimmigkeiten der ersten Ermittlungen aus dem Weg zu räumen. Für seine Recherchen wurde er unter anderem mit dem Leuchtturm-Preis, der Bayerischen Verfassungsmedaille und dem Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen ausgezeichnet. In der BR-Produktion "Der blinde Fleck" wurde er selbst zum Gegenstand eines Films. Im Moment arbeitet er an einem neuen Buch zum Thema "Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen."

Hier haben wir ein interaktives Projekt zum Oktoberfest, Sendungen und Interviews zusammengestellt, die zeigen, wie akribisch Chaussy recherchiert hat. Und wie wichtig es ihm als Staatsbürger war, dass, wenn es andere Täter gegeben haben sollte, sie nicht ungeschoren davonkommen.

Ein aufwändiges, interaktives Multimedia-Projekt zu den Hintergründen des Oktoberfest-Attentats und zur Recherche von Ulrich Chaussy (funktioniert nur mit dem Chrome-Browser).

Dokumentation zum Oktoberfest-Attentat und seinem politischen Kontext mit Ulrich Chaussy.