Ökozid - Justizthriller, SciFi und Klimadoku in einem Deutschland für die Folgen des Klimawandels angeklagt

Im Jahr 2034 verklagen 31 Länder Deutschland wegen ihrer Klimapolitik auf Schadenersatz. Ökozid”, ein Science Fiction und Justizthriller mit Starbesetzung. Ab jetzt in der ARD Mediathek.

Stand: 13.11.2020

Justizthriller über Klimawandel in Starbesetzung:  Wiebke Kastager (Nina Kunzendorf) ist Expertin für internationales Umweltrecht und leitet das Team der Kläger gegen die Bundesrepublik Deutschland | Bild: rbb/zero one film/ Julia Terjung,

Überschwemmungen, verheerende Stürme, Dürre, Hungersnot und Armut, Massenflucht: Vor allem die Staaten im globalen Süden haben unter den Folgen des Klimawandels zu leiden. 31 von ihnen tun sich zu einer Koalition zusammen und verklagen die Bundesrepublik Deutschland auf Schadensersatz. Das Gericht, an dem sonst internationale Kriegsverbrechen verhandelt werden, muss jetzt entscheiden, ob überhaut so eine Klage zugelassen wird und verhandelt werden kann. Das ist der Plot des fiktiven Öko- und Justizdramas "Ökozid", das 2034 in Berlin angesiedelt ist.

Nah an der Gegenwart

Haben Staaten grundsätzlich die Pflicht, gegen den Klimawandel vorzugehen? Ja, sagen die Klägerstaaten und treten gegen die Bundesrepublik Deutschland auf, die versäumt habe, der Erhöhung der weltweiten Co2-Konzentration entgegenzuwirken. Im Fokus der Ankläger steht die deutsche Klimaschutzpolitik zwischen 1998 und 2020, die Abschwächungen und Blockaden europäischer Klimaschutzvorgaben in Paris und Tokio bis hin zu dem immer wieder verzögerten Kohle-Ausstieg.

Im Zentrum steht die Klimaschutz politik zur Zeit von Kanzlerin Angela Merkel

Die Bundesregierung drängt in dem Justizdrama darauf, die Klage nicht zuzulassen. Sie fürchtet zum einen ein Präzedenzurteil, das eine ganze Welle von Klagen auf Schadensersatz nach sich ziehen würde. Aber vor allem besteht sie drauf, dass es nicht Sache des Gerichts sondern der Regierungen sei, poltische Entscheidungen zu fällen.

Aus der Zukunft von 2034 heraus betrachtet, wo die Konsequenzen der fortschreitenden Klimaerwärmung drastisch sichtbar sind, wirkt dieser fiktive Justizthriller zuweilen wie ein überspitzter Dokumentarfilm. Die Starbesetzung des Ökothrillers mit Friederike Becht, Nina Kunzendorf und Edgar Selge sorgt für beste Unterhaltung trotz ernstem Thema.

“Ökozid” wird im Rahmen der ARD-Themenwoche #WieLeben Mittwoch, 18.11. 20:15 Uhr, im Ersten gezeigt. "Ökozid" ist online abrufbar und bleibt für sechs Monate in der ARD-Mediathek verfügbar.