"Gefangen im Netz" - hier ansehen   Doku über Kindesmissbrauch

"Warum sollte es mich stören, dass du erst zwölf bist?" Das sagt einer der Männer im Dokumentarfilm "Gefangen im Netz". Darin geben sich drei Schauspielerinnen in Chatforen als Zwölfjährige aus.

Stand: 17.07.2020

Eine junge Frau sitzt vor einem Computerbildschirm, in einem Zimmer, das aussieht wie ein Kinderzimmer | Bild: Hypermarket Film/Milan Jaroš

Es sind die Abgründe im Internet. Vermeintlich zwölfjährige Mädchen chatten mit erwachsenen Männern: "Macht es nichts, dass ich zwölf bin?" - "Nicht, wenn es unser Geheimnis bleibt." - "Macht es dir wirklich nichts aus, dass ich zwölf bin?" - "Ich versuche, nicht darüber nachzudenken." - "Es stört dich nicht, dass ich zwölf bin?" - "Warum sollte es, wenn wir uns gut finden?" - "Wen interessiert’s ... ich war auch mal 12." - "Du bist jung. Aber das ist mir egal." 

Es ist ein Experiment und das geht so: Drei Schauspielerinnen, die aussehen wie junge Mädchen in drei Kinderzimmern und sie sind zehn Tage auf Facebook, Skype, Snapchat. Und dann warten sie.  

"Gefangen im Netz" hat mit bisher zwei Dutzend Ermittlungsverfahren ein sehr großes juristisches Nachspiel in Tschechien gehabt. ttt hat mit Regisseurin Barbora Chalupová und einer der Darstellerinnen gesprochen. Der Film dokumentiert, wie unverhohlen und systematisch ältere Männer im Internet versuchen, Kindesmissbrauch anzubahnen.