No Wiesn, no G'schrei Ein Hörspaziergang auf der leeren Theresienwiese

Party. Exzess. Bier. Lebkuchenherzen. Flohmarktgedrängel. Und nun? Eine Leerstelle mitten in München. Ein Hörspaziergang ruft dazu auf, sich vom Bildschirm zu lösen und die neue Leere auf der Theresienwiese zu spüren.

Stand: 01.07.2020

Vier junge Leute mit Kopfhörer im Ohr lehnen an einem mit Graffiti besprayten Metallcontainer auf der Theresienwiese in München | Bild: Jean-Marc Turmes

Ein gigantisches Asphalt- und Schotterfeld im Herzen Münchens, das selten in seiner farblosen Kahlheit erlebbar ist. Ein Ort, der niemals stillsteht. Außer jetzt. Auf der verlassenen Theresienwiese wird die Pause, die Lücke, die die derzeitige Krise in unserem Leben hinterlässt, spürbar: In dem Projekt "Mind the [___]", auf den Weg gebracht vom ersten Jahrgang des Studiengangs Dramaturgie der Theaterakademie August Everding.

Entstanden sind zwei Hörspaziergänge, die dazu einladen, sich von der Couch zu erheben, den Bildschirm Bildschirm sein zu lassen und sich in die Wirklichkeit der Theresienwiese zu begeben. Krisen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft vermischen sich dabei in einer Montage aus Briefen, Zeitungsartikeln, Nachrichten, Liedern, Gedichten und eigenen Texten. Haben wir aus Krisen je etwas gelernt? Zu welcher Normalität wollen wir zurück? Wer trägt die Verantwortung? Wer überlebt? 

Die Theresienwiese neu erleben

Die beiden Audiodateien werden am Donnerstag, den 02. Juli ab 18:00 Uhr auf der Webseite der Theaterakademie freigeschaltet und stehen dann bis zum 5. Juli zum Download zur Verfügung. Die Touren können selbstständig und zeitlich unbegrenzt erlebt werden. Krisenbedingt werden auf der Theresienwiese lediglich die eigenen Kopfhörer und Endgeräte benötigt. Unterstützt hat die Student*innen der Theatermacher Hans-Werner Kroesinger.