Black Bavarian Splatter Metal Die Musikkomödie "Lord und Schlumpfi" lebt von der Lust am Kontrast

Das Wacken Open-Air ist Legende! Im No-Budget-Film „Lord und Schlumpfi“ träumen zwei Heavy Metal-Musiker davon, dort groß rauszukommen. Regisseur Tobias Öller über musikalischen Genremix und Humor durch Kontrast.

Von: Barbara Leidl

Stand: 14.09.2020

Tobias Öller beim Filmfest München, lehnt an einer offenen Autotüre. | Bild: picture alliance/Tobias Hase/dpa

Bayerische Gemütlichkeit gepaart mit Exzentrik und Musik-Persiflage, mit dieser Mischung haben die beiden Lord und Schlumpfi auf youtube ihre Fans gewonnen. Jetzt hat Regisseur Tobias Öller aus der Serie seinen ersten Film gemacht. Am 17. September kommt er in die Kinos. Barbara Leidl hat mit ihm auf Bayern 2 gesprochen.

Barbara Leidl: Worum geht es bei „Lord und Schlumpfi“?

Tobias Öller: Es geht um zwei aufstrebende Musiker, die eigentlich Heavy Metal machen wollen und dazu technisch nur bedingt im Stande sind. Deswegen haben sie vermutlich einfach eine neue Musikrichtung erfunden. Schlumpfi spielt akustische Gitarre. Und sein Gegenpart nimmt optisch und vom Acting her das ganze Metal-Pathos sehr ernst. Aber zusammen klingt die Kombi doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Und sie wollen unbedingt hin, wo jeder hinwill: zum großen Heavy Metal-Festival in Wacken. Diese Geschichte erzählt der Film.

Gibt es Bezüge zu Ihrer eigenen Jugend?

Der Andi, der den Schlumpfi spielt, und ich machen seit 30 Jahren Musik. Ich habe früher Konzerte selbst veranstaltet, meistens im lokalen Bereich. Da erfolgte die Auswahl der Bands nicht nach musikalischem Genre, sondern Bands aus einer bestimmten Region traten gemeinsam auf. Da kamen sowohl die Heavy-Metal-Bands als auch die Indie-Pop-Bands zusammen. Das war eigentlich ein großer Culture Clash. Dadurch ist die Idee für die Serie entstanden.

So wie Ihre Figur Lord, den sie spielen, ist auch die Figur des Schlumpfi völlig überzogen. Ist dieser humoristische Aspekt wichtig, damit es nicht ganz so düster wirkt? Denn der Lord ist ja schon eher ein dunkler Geselle.

Aus diesem Kontrast speist sich ja eigentlich die ganze Serie. Im Prinzip verarbeiten wir ja viele Dinge, die das Metal-Universum so mit sich bringt. Die Historie des Heavy Metal – das ist viel Horror und viel Fantasy – und die trifft mehr oder weniger auf die Welt des Gerhard Polt. Fast wie im richtigen Leben. Und deswegen ist die ganze Serie voll von Kontrasten.

Wie sind Sie zu Ihren Darsteller gekommen? Viel Geld konnten Sie ja nicht investieren.

Die erste Staffel, die sich jeder auch auf YouTube anschauen kann und die den ersten Teil des Films bildet, war eine reine No-Budget-Produktion. Die Schauspieler sind gar nicht der größte Faktor, weil Schauspieler sich oft freuen in einem professionellen Rahmen mitzuspielen – und den konnten wir bieten. Teuer ist die Technik, wo wir glücklicherweise autark waren, da unser Kameramann eine eigene Firma hat.

Wer nicht noch warten will, hier gehts zur Serie "Lord und Schlumpfi":

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Lord & Schlumpfi - Episode 1 | Bild: seldomtold666 (via YouTube)

Lord & Schlumpfi - Episode 1