Zoom Gespräch Wie global gedenken?

Erinnerung an den Holocaust muss sich mit anderen Erinnerungen an Gewalt im 20. Jahrhundert verbinden, sagt Michael Rothberg. Aber wie entgeht man dabei historischem Relativismus? Carolin Emcke spricht heute Abend mit dem amerikanischen Historiker in den "Laboren des Zusammenlebens."

Stand: 27.01.2021 | Archiv

Internationales Holocaust-Gedenken in Yad Vashem | Bild: dpa-Bildfunk/Juris Vigulis

In der Veranstaltungsreihe "Labore des Zusammenlebens" versammelt die Kulturstiftung des Bundes digitale Gespräche. Start ist am 28.1. um 19.00 Uhr: Carolin Emcke und der amerikanische Historiker Michael Rothberg sprechen über die Zukunft von Erinnerungskultur.

Die Zukunft von Gedenkkultur im globalen Kontext

Die deutsche und europäische Gedenkkultur an die Shoah wird in Zukunft nur dann lebendig bleiben, wenn sie den solidarischen Schulterschluss mit anderen Erinnerungen an die Gewalt im 20. Jahrhundert sucht, so die Prognose von Michael Rothberg in seiner Studie "Multidirectional Memory". Rothberg plädiert dafür, den Blick für die Verstrickungen (post-)kolonialer und faschistischer Verbrechen zu öffnen. Gedenken sei kein "Nullsummenspiel" oder Konkurrenzkampf um Opfertum, sondern gelebte Empathie und damit eine große Chance für das Miteinander der Erinnerungskulturen. Doch liegt in einer solchen Sichtweise auf die deutsche Geschichte nicht auch eine Gefahr historischer Relativierung, die einem gegenwärtig erstarkenden Antisemitismus in die Hände spielt?

Labore für Zukunftsspekulationen

Das Gespräch von Carolin Emcke mit Michael Rothberg bildet den Auftakt der Reihe "Labore des Zusammenlebens", mit der die Kulturstiftung des Bundes in Diskursveranstaltungen und künstlerischen Projekten über zukünftige Formen der Gemeinschaft spekulieren will. Der Titel Labor ist bewusst gewählt. Wie im Labor sollen die Gespräch und Kunstaktionen den Boden des sicher Gewußten verlassen und im digitalen Raum Szenarien der Zukunft denken sowie austesten.

Die erste kostenfreie Veranstaltung findet am 28. Januar 2021 um 19 Uhr auf Zoom statt. Interessierte haben die Gelegenheit, im Chat Fragen zu stellen. Zudem kann die Veranstaltung als Live-Stream verfolgt werden. Alle weiteren Informationen gibt es hier.

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Labore des Zusammenlebens - Labor #1: Erinnerungen an Gewalt - Zur Zukunft von Gedenkkultur | Bild: Kulturstiftung des Bundes (via YouTube)

Labore des Zusammenlebens - Labor #1: Erinnerungen an Gewalt - Zur Zukunft von Gedenkkultur