Krimi-Hörspiel "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani

Wieso sollte jemand Selbstmord in der "Weltstadt mit Herz" begehen? Der Bestsellerautor Friedrich Ani lässt seinen Helden in einem leblosen München auftreten, das weit entfernt ist von allen Klischees.

Stand: 23.06.2020

Friedrich Ani | Bild: picture alliance/Geisler-Fotopress

"Woher soll ich wissen, wie es sich anhört, wenn jemand getötet wird." Ein Mädchen erzählt, wie es sein Gedächtnis verloren hat. So beginnt Anis Hörspiel "Der namenlose Tag" – kein Regionalkrimi mit wohligem Schaudern, sondern eher Bavarian hard boiled, ein Krimi in der Tradition des großen Desillusionisten Raymond Chandler:

Der Rentner Jacob Franck redet mit den Toten. Er verbringt seine Abende allein, bewirtet sich und die Geister der Vergangenheit mit Keksen und führt lautlose Gespräche mit seinen einzigen Besuchern – den Toten, die ihm in seinem langen Berufsleben als Kommissar des Morddezernats begegnet sind.

Erst seit kurzem pensioniert, driftet er tagsüber durch ein seltsam leblos, verbraucht wirkendes München, das so gar nichts mit der "Weltstadt mit Herz" gemein hat. Eines Tages erhält er Besuch von Ludwig Winther, dessen Tochter Esther sich vor 20 Jahren das Leben genommen hat.

Doch Winther glaubt nicht an Selbstmord, er ist überzeugt, dass seine Tochter ermordet wurde und bedrängt Franck, noch einmal zu ermitteln. Er nennt sogar einen Verdächtigen, einen Dr. Jordan, einen Zahnarzt aus der Nachbarschaft, der Esther angeblich nachgestellt hat. Und Franck, der ehemalige Kommissar, öffnet sich erneut dem Leid, dem Schmerz und der Erinnerung.