Karl Valentin retten Steht das Valentin-Musäum vor dem Aus?

Die Bausubstanz marode, der Zugang beschwerlich. Braucht das Münchner Valentin-Musäum dringend eine Sanierung? Gerhard Polt und Luise Kinseher über ihren Helden und die Möglichkeiten und Grenzen eines Museums.

Stand: 21.10.2020 | Archiv

Der Münchner Volkskomiker Karl Valentin mit Akkordeon | Bild: RA Fette/Süddeutsche Zeitung Photo

Schlimm genug, dass der Nachlass des bayerischen Originalgenies in Köln gelandet ist. Als die Stadt München das Valentin-Musäum kürzlich aus privater Hand übernommen hat, stellte sich auch noch heraus, dass dort dramatischer Sanierungsbedarf besteht. Muss das Museum geschlossen werden?

"Karl Valentin war großartig-kleinartig, weil er nicht die pompöse Welt beschreibt, sondern auch die schäbige", sagt Gerhard Polt. Deswegen hegt er Zweifel, ob ein besserer, barrierefreier Zugang zum Museum wirklich mehr Menschen anzieht – Valentin sei eben nicht leicht zugänglich.

Eine andere Position bezieht der Architekt Amandus Samsøe Sattler. Er schlägt vor, die Probleme des mangelhaften Brandschutzes und der fehlenden Fluchtwege endlich anzugehen: mit einem modernen, stählernen Aufgang mit Fahrstuhl neben dem mittelalterlichen Befestigungsturm, in den sich die Ausstellungsräume zwängen, soll den Zugang verbessern. Außerdem soll der Wehrgang aus den 1970er Jahren durch eine große Terrasse ersetzt werden. Bisher nur ein Vorschlag!

Es wird Zeit, dass darüber endlich in der breiten Öffentlichkeit gesprochen wird. Wir sollten uns ohnehin mehr mit Karl Valentin zu beschäftigen! Zu dessen Fans gehörte neben Kinseher und Polt schließlich nicht umsonst auch der legendäre Komiker (und Nobelpreisträger für Literatur) Samuel Beckett.