6. bis 13 September 2020 Jüdisches Filmfestival zeigt Premieren im Netz

Eine Jüdin, die im Krieg undercover als Spionin nach Nazi-Deutschland ging und Lars Eidinger in "Persischstunden": Das Jüdische Filmfestival Berlin bringt Filmhighlights noch vor dem Kinostart ins Netz.

Stand: 05.09.2020 | Archiv

Chichinette | Bild: missingFILMS

Es sind Filme, die mit großen Emotionen ringen: mit der Frage nach Heimat und dem Überleben. Und es sind Geschichten, die mit großer Lust mit Klischees spielen und sie dekonstruieren: über die Liebe und über die Religion. Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg ist deutschlandweit das einzige seiner Art. In diesem Jahr werden die Filme, Corona-bedingt, erstmalig deutschlandweit vom 6. bis 13. September auch im Netz zu sehen sein, darunter einige Deutschlandpremieren.

Zum Beispiel der unglaubliche Dokumentarfilm "Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde". Marthe Hoffnung Cohn war als junge jüdische Frau undercover als Spionin für das französische Militär in Deutschland im Einsatz, gab unter Lebensgefahr Militär-Informationen an die Alliierten weiter – und sprach dann sechzig Jahre nicht darüber. Erst mit über 80 Jahren schrieb sie ein Buch über ihre unglaubliche Geschichte und erhielt die höchste militärische Auszeichnung Frankreichs. Der Dokumentarfilm "Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde" begleitet die heute 99-jährige auf einer Vortragsreise durch Europa. Es ist das Porträt einer außergewöhnlichen Frau.

Eröffnet wird das Festival mit der Deutschlandpremiere der israelischen Produktion "Incitement" über den Attentäter von Israels Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin. Zudem wird als Weltpremiere im Kino "Kiss me kosher" gezeigt, und das Drama "Persischstunden" mit Lars Eidinger. Die Filme werden sowohl im Kino, als auch in Netzt gezeigt: Das Online-Programm steht während des gesamten Festivalzeitraums zur Verfügung.