Künstliche Intelligenz Wie das ewige Leben in greifbare Nähe rückt

Eins ist sicher: das Leben endet. Ob wir wollen oder nicht. Schreiben lässt sich darüber aber ganz wunderbar. In "Die digitale Seele" fassen zwei Grimme-Preisträger zusammen, wie wir mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz unsterblich werden könnten.

Stand: 05.10.2020

Hans Block und Moritz Riesewieck | Bild: BR

Mit ihrem Dokumentarfilm "The Cleaners" über die grauenhafte Schattenwelt der digitalen Zensur sozialer Netzwerke sind sie international bekannt geworden. Jetzt haben die beiden Grimmepreisträger Moritz Riesewieck und Hans Block ein Buch darüber geschrieben, wie Künstliche Intelligenz den Traum von der Unsterblichkeit weiter nährt. 

"Der Wunsch, den Tod zu überwinden ist einer der ältesten Träume der Menschheit", sagt Hans Block. Aufgeben wird sie ihn wohl nie, ganz im Gegenteil. Schließlich forschen Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt zu dem Thema, ergeben sich immer neue Möglichkeiten, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Block und Riesewieck haben sie in ihrem Buch zusammengetragen: "Die digitale Seele. Unsterblich werden im Zeitalter Künstlicher Intelligenz" heißt es.

Ein Chatbot als Stimme aus dem Jenseits

Darin erzählen sie von Menschen wie dem Start-Up-Gründer James Vlahos. Als dessen Vater an Krebs erkrankte, bat er ihn, möglichst viele Erinnerungen aufzunehmen: ein digitales Vermächtnis seiner Persönlichkeit. Vlahos bastelte daraus einen Chatbot: eine künstliche Intelligenz, die nach dem Tod des Vaters Gespräche mit der Originalstimme simulieren kann. Mittlerweile bietet Vlahos seine Software online an. Digitale Unsterblichkeit zum Monatspreis. "Das ist ein riesiger Markt von vielen Unternehmen weltweit, diesen letzten bislang vielleicht noch unberührten Bereich, den Tod, zu kommerzialisieren", sagt Block.

Welche Anstrengungen es sonst noch gibt, um ein Leben nach dem Tod zu führen, ob im eigenen Körper oder als virtueller Doppelgänger – das erzählen Hans Block und Moritz Riesewieck in ttt – titel thesen temperamente.