Forum Queeres Archiv Braucht Bayern ein queeres Museum?

Es gibt eine Rosa Liste, Szenebars und eine lange Geschichte der sexuellen Befreiung. Jetzt wird darüber diskutiert, in Bayern ein queeres Museum zu gründen. Ist die queere Szene in der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Stand: 26.05.2020

Die Trachtengruppe "D'Schwuhplattler" bei der CSD-Parade in der Münchner Innenstadt | Bild: picture alliance/CITYPRESS 24

Wie viele Münchnerinnen und Münchner kennen Karl Heinrich Ulrichs, der es wagte, auf dem Deutschen Juristentag von 1867 Straffreiheit für homosexuelle Handlungen zu fordern und dafür von seinen Berufskollegen niedergeschrien wurde? Wer weiß, wer Anita Augspurg war? Eine Frau mit vielen Talenten: Schauspielerin, Fotografin, 1897 erste deutsche Juristin und engagierte Kämpferin für das Frauenwahlrecht, die ihr Leben mit mehreren Partnerinnen teilte. Wo wird die Geschichte des schwulen Fastenpredigers und Volksschauspielers Walter Sedlmayr erzählt, der sich von denen beklatschen ließ, die lieber "kalte Krieger" als "warme Brüder" sein wollten und ihn zu den "Entarteten" gezählt hätten, wenn er sich geoutet hätte? 

Ein Ort für das Langzeitgedächtnis 

München und ganz Bayern fehlt ein queeres Museum. Stadtrat Thomas Niederbühl von der Rosa Liste ist ein engagierter Befürworter: "Wir sind davon überzeugt, dass Schwule, Lesben und Trans natürlich auch ein wichtiger Teil der Münchner Stadtgeschichte sind, die bisher doch ziemlich vernachlässigt wurden. Wir machen seit über 20 Jahren in der Community eigene Geschichtsforschung und Archivierung. Und ich finde, es ist jetzt höchste Zeit, dass das dann auch ins Langzeitgedächtnis der Stadt kommt." 

Wer sich noch alles für ein queeres Museum in München starkmacht, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag:

Außerdem im BR-Magazin Capriccio vom 26.05.2020: Die Münchner Band "Sepalot Quartet", Fotos vom Weltreisenden Stefan Forster und die Aufforderung an die Wittelsbacher: Verbreitet mehr Glanz!