UNESCO-Bewerbung Soll Garmisch Weltkulturerbe werden?

Buckelwiesen, Almen, Moore, aber auch Hotels und Skilifte. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen will UNESCO-Weltkulturerbe werden – mit seiner über Jahrhunderte vom Menschen geformten Kulturlandschaft.

Von: Simon Emmerlich

Stand: 27.07.2020

Blumenwiese bei Garmisch-Partenkirchen | Bild: Sven Hoppe/dpa

Ein Landschaftsgemälde gestaltet von Bauernhand. Auf Augenhöhe mit den klassischen Weltkulturerbestätten? Die Chancen stehen nicht schlecht. Der Kulturbegriff der Unesco hat sich schon seit einiger Zeit gewandelt, wie Christoph Brumann vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung bestätigt. Gerade in den 90er-Jahren sei intensiv über die Grundkonzeption nachgedacht worden und die Kulturlandschaft, wo Mensch und Natur in Dialog treten als eine eigene Kategorie eingeführt: "Auch die Zeugnisse des Alltags, des gewöhnlichen Lebens, des kleinen Mannes und der kleinen Frau sollten auf die Welterbeliste, und nicht nur Elitekultur."

Die Landwirte erhoffen sich vom UNESCO-Titel eine Zukunft für ihre kleinen Höfe. Ohne die Bauern wäre es bald vorbei mit der Bilderbuch-Kulisse. Doch nicht alle im Tal sind von der Bewerbung begeistert. Derzeit wird die Region coronabedingt von den vielen Naherholungstouristen überrannt. Wird mit dem Weltkulturerbe-Siegel der Übertourismus bald zum Normalzustand?