Kino-Sommerfestival Münchner Kinos laden zu den "Filmkunstwochen"

Ein Filmfestival? Jetzt? Was im Frühling kaum jemand zu hoffen wagte, kann im Hochsommer doch stattfinden: Zwölf Münchner Arthouse-Kinos veranstalten gemeinsam die 68. Filmkunstwochen.

Stand: 05.08.2020 | Archiv

Dreiviertelblut - Weltraumtouristen - Filmszene | Bild: Südkino

"Im März hätte ich das nicht gedacht", erinnert sich die Veranstalterin Dunja Bialas. Als dann aber klar war, dass Bayerns Kinos wieder öffnen dürfen, da wussten auch die Filmkunstwochen, dass es heuer klappen würde. Insgesamt 150 Filme aus aller Welt werden in den drei Festivalwochen gezeigt.

"Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass die Kinobetreiber vielleicht ein bisschen weniger Programm machen, weniger Vorstellungen", sagt Bialas. "An dem reichhaltigen Programm jetzt kann man aber ablesen, wie viel Lust die auf's Kino machen gerade wieder haben! Das ist ein genau so dichtes Kinoprogramm wie im vergangenen Jahr oder in den Jahren zuvor."

Themenschwerpunkt "Back Lives Matter"

Thematischer Schwer- und Höhepunkt ist in diesem Jahr die Reihe "Black Lives Matter", mit Oscar-Gewinnern wie "Blackkklansman", "The Green Book" oder "12 Years A Slave". An dem Themenschwerpunkt sehe man, wie spät dieses Programm erst entstanden sei, so Bialas.

Etwas für Genießer ist der Schwerpunkt "Aus Liebe zum Kino" – zusammengestellt wurde dieses Programm von Marlies Kirchner vom Theatiner Filmkunst sowie Bernd Brehmer vom Werkstattkino. Werke wie "Das große Fressen" erinnern an den im Mai gestorbenen Schauspieler Michel Piccoli. Gewürdigt wird auch der Regisseur Eric Rohmer ("Pauline am Strand" – Foto). Klassiker, für die Kirchner eigens ihren 35mm-Projektor hervorholt und anwirft.

"Dreiviertelblut – Weltraumtouristen" eröffnet die Filmkunstwochen

Eröffnungsfilm der Filmkunstwochen ist am Mittwochabend (5.8.) im Rio das vom BR koproduzierte Bandporträt "Dreiviertelblut - Weltraumtouristen" von Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot").

Das Münchner DOK.fest nutzt die gute Gelegenheit, seine Publikumslieblinge nun auch auf die große Leinwand zu bringen. Das Festival selbst war im Mai komplett ins Netz umgezogen – und das sehr erfolgreich. Bei den Filmkunstwochen präsentieren die Festivalmacher nun zum Beispiel "Walchensee Forever" und "Swinger - die wunderbare Welt des Partnertauschs". Insgesamt sechs Filme zeigt das DOK.fest – bei fünf dieser Vorführungen sind auch die Regisseur*innen zu Gast.

Möglich werden die Filmkunstwochen durch Fördergelder der Stadt München. Deren Kulturreferent Anton Biebl freut sich schon auf die Filme – und schreibt in seinem Grußwort: "Ein Kinobesuch ist ein Kunst-Genuss, wenn sich das Filmbild auf der großen Leinwand in seiner ganzen Pracht entfaltet."

Dunja Bialas sieht das nicht anders: "Ich habe wirklich den Eindruck, dass alle Lust haben auf die reale Begegnung im Raum, das Kinoerlebnis – da freue ich mich schon sehr drauf."

Filmkunstwochen München. Vom 5. bis 26. August in zwölf Münchner Programmkinos.