ttt Was der Blick auf die Frauen über unsere Welt verrät

Mutterschaft, Liebe, Sex, Gewalt und Ausbeutung - offen, kraftvoll und erschütternd sprechen Frauen in einem Dokumentarfilm "Woman" über ihre Schicksale.

Stand: 18.11.2020 | Archiv

Filmstill aus "Woman" - Frauen mit Schwertern auf einer Parade | Bild: Daniel Meyer & Stéphane Azouze Swaziland

Dieser Film ist wie ein Blick in ein Kaleidoskop: 2000 Frauen aus 50 Ländern unterschiedlichen Alters aus unterschiedlichen Kulturen reden in über 30 Sprachen offen über das, was sie bewegt. Entstanden ist so etwas wie ein Portrait globaler Weiblichkeit, das aber auch zeigt wie extrem unterschiedlich die Lebensrealitäten von Frauen weltweit sind. Die einen sprechen über das erhebende Glücksgefühl nach ihrer Entbindung, die anderen über ihre Vergewaltigung und den Schmerz, deswegen aus der Gemeinschaft verstoßen zu werden und als „verrottet“ zu gelten.

Für manche dürfte zudem die Erkenntnis neu sein: Frauen reden über Sex. Und nicht nur das: Die Rolle des männlichen Genitals ist dabei nicht unumstritten. „Man kriegt gesagt, wie es ist Liebe zu machen. Aber wenn man dann den riesigen Penis des Mannes sieht, der nach oben absteht, bekommt man ein bisschen Angst. Du fragst dich: Das ganze Ding soll in mich rein?“ Eine Geschlechtsgenossin hingegen lobt das Ejakulat: „Was ich am liebsten mag, wenn wir miteinander schlafen, ist, wenn dieses Zeug aus seinem Penis kommt und in meinen Körper schießt. Ich habe das Gefühl, es ist das Vitamin meines Lebens.” 

„Die meisten Frauen hatten ein großes Bedürfnis, vor der Kamera zu reden, ich würde sogar sagen, dass es für sie eine Notwendigkeit war. Aber nicht nur zu reden, sondern auch gehört zu werden. Denn viele dieser Frauen hatten noch nie erlebt, dass ihnen überhaupt jemand zuhört. Und allein schon das war für sie und uns sehr wichtig.“ Sagt die Die Regisseurin Anastasia Mikova. Sie und ihr Kollege und Yann Arthus-Bertrand wollen mit ihrem Film jener Hälfte der Weltbevölkerung eine Stimme geben, die immer noch zu oft zum Schweigen verdammt ist.