Doku über Gernot Roll Vom König der Neugierde

Gernot Roll war kein simpler Kameramann, er war Bildgestalter. Einer, der die Ästhetik des deutschen Kinos prägte und sich selbst bis ins hohe Alter immer wieder neu erfand. Ein eindrückliches Leben - jetzt als Doku in der BR-Mediathek.

Von: Max Sippenauer

Stand: 17.11.2020 09:39 Uhr

Gernot Roll | Bild: Bayerischer Rundfunk 2020

„Dass ich nichts Anderes gelernt habe, außer das Filmemachen, das ist das Drama, das ist mir irgendwann bewusst geworden. Dass man das bis ins hohe Alter machen kann, das kann doch nicht sein.“, sagt mit Gernot Roll ausgerechnet der Mann, der satte 67 Jahre im Filmgeschäft war.

Der Dokumentarfilm "König der Neugierde" widmet sich dieser außergewöhnlichen Biographie. Roll war erst 14, als er in der DDR seine Ausbildung zum Kameramann antrat. 1960, also nur ein Jahr vor dem Mauerbau, siedelte er in die Bundesrepublik über und begann dort für die Bavaria Film in München zu arbeiten. Der Anfang einer großen Karriere.

Kamera für "Heimat" und einen Oscarfilm

In den folgenden Jahrzehnten gestaltete er die Bildästhetik großer Filme des deutschen Nachkriegskinos, in Farbe und Schwarz-Weiß. Für Edgar Reitz Herkulesprojekt "Heimat" genauso für den deutschen Oscar-Gewinner "Nirgendwo in Afrika". Nur zwei künstlerische Höhepunkte einer an Höhepunkten reichen Karriere.

Der Film „Gernot Roll - König der Neugierde“ folgt den Stationen des Bildkünstlers und trifft dabei auf viele seiner Wegbegleiter. Edgar Reitz, Heinrich Breloer genauso wie Caroline Link und Joseph Vilsmaier. Gernot Roll verstarb am 12. November 2020 im Alter von 81 Jahren.

Gernot Roll - König der Neugierde

Drehbuch: Michael Praun; Regie: Michael Praun, Sascha Mieke; Redaktion: Carlos Gerstenhauer

Zu sehen im BR: Nacht auf Donnerstag, 19.11.2020 00:30 bis 01:30 Uhr und bis zum 17. Dezember 2020 in der BR-Mediathek.