Peter Meister über "Das schwarze Quadrat" "Es geht darum, den Figuren möglichst viel abzuverlangen"

Die Hofer Filmtage werden in diesem Jahr von Peter Meisters Spielfilmdebüt "Das schwarze Quadrat" eröffnet, einer schrägen Komödie mit Top-Besetzung. Im Gespräch erklärt Meister, wie er die Schauspieler für den Film gewonnen hat.

Stand: 26.10.2021 | Archiv

Das schwarze Quadrat | Bild: Felix-Novo-de-Oliveira-_-Port-au-Prince-Pictures

Knut Cordsen: Herr Meister, Sie haben für das Skript von "Das Schwarze Quadrat" bereits 2018 den Tankred-Dorst-Preis der Drehbuch Werkstatt München erhalten. Worum geht es in aller Kürze?

Peter Meister: Es ist eine Verwechslungskomödie im Stile von Billy Wilders "Some Like It Hot". Es geht um zwei Kunsträuber, die ein Bild auf einem Kreuzfahrtschiff übergeben müssen. Um auf dieses Schiff zu kommen, müssen sie zwei andere Männer überfallen, wobei sich herausstellt, dass sie deren Identität annehmen müssen. Und diese beiden Männer sind Doubles von David Bowie und Elvis Presley. Das heißt, die beiden müssen dann als solche auf dem Schiff arbeiten.

Es ist ja ein Film, der sehr gut besetzt ist mit Sandra Hüller und Victoria Trauttmansdorff, Jacob Matschenz und Bernhard Schütz. Die beiden letzteren spielen die etwas trotteligen Räuber des 60 Millionen Dollar teuren Gemäldes. Wie schwer ist es für einen 1987 geborenen Debütanten wie Sie, ein so hochkarätiges Ensemble zusammenzubekommen?

Ich glaube, es ist eigentlich gar nicht schwerer als für andere auch. Weil im Prinzip läuft es, egal wen man anfragt, so, dass die erstmal das Drehbuch lesen. Und wenn es ihnen gefällt, kommt man ins Gespräch. Wenn man sich versteht, kommt eine Zusammenarbeit zustande. Ich glaube tatsächlich, dass die meisten wirklich immer offen sind für alle Bücher, für Stoffe. Es hängt wirklich an dem Buch, gar nicht so sehr an meiner Person, würde ich mal behaupten.

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DAS SCHWARZE QUADRAT | Trailer | deutsch/german | Bild: 24 Bilder (via YouTube)

DAS SCHWARZE QUADRAT | Trailer | deutsch/german

Ich musste beim Anschauen Ihres Films an den Titel eines sehr lustigen Kreuzfahrt-Buches von David Foster Wallace denken: "Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich". Das dürften sich auch die beiden Kunsträuber, Vincent und Nils denken, sie haben es wahrlich nicht leicht. Ihr Film lebt gewissermaßen vom Slapstick, oder?

Tolles Buch, das auch Teil meiner Recherche war. Und ja, die beiden haben es natürlich nicht leicht. Es geht darum, den Figuren möglichst viel abzuverlangen, sie die ganze Zeit zu stressen. Und Slapstick ist auf jeden Fall Teil des Films. Ich wollte bewusst wild spielen: Mit Komödie, mit Drama, mit Slapstick, mit vielen Elementen, auch Kitsch. Es ist ein wilder Mix.

Wir haben coronabedingt eine lange Phase der Kino-Abstinenz hinter uns. Wie wichtig ist es für Sie, Ihren Film nach den Filmtagen in Hof ab dem 25. November im Kino zeigen zu können?

Das ist mir natürlich sehr wichtig. Man schaut einen Film im Kino einfach anders als zu Hause auf dem Fernseher. Bei einer Komödie kommt noch dazu, dass das Schauen mit anderen besonders wichtig ist. Wie ist die Stimmung, wenn gemeinsam gelacht wird? Das sind Faktoren, die kann man zu Hause in dieser Dimension niemals herstellen kann und dafür ist das Kino unumgänglich.

"Das Schwarze Quadrat" eröffnet am Dienstag die von Bayern 2 präsentierten Hofer Filmtage und läuft ab dem 25.11.2021 im Kino.

Das Gespräch wurde für die kulturWelt auf Bayern am 26. Oktober 2021 geführt – den Podcast können Sie hier abonnieren.