Verfilmung von Ferdinand von Schirachs "Gott" Gibt es ein Recht auf Tod?

Darf ein Mensch in Deutschland mit der Hilfe seiner Ärztin aus dem Leben scheiden? Bestsellerautor Ferdinand von Schirach lässt im Film "Gott" beide Seiten zu Wort kommen. Die Entscheidung, wie die Geschichte ausgeht, fällt das Publikum – per Abstimmung.

Stand: 20.11.2020

Ferdinand von Schriach | Bild: picture-alliance/dpa

Wie soll die Geschichte ausgehen? Das Publikum kann entscheiden – per Telefon- und Online-Abstimmung kann es bestimmen, wie der Film nach Ferdinand von Schirachs "Gott" ausgehen wird.

Ein Gedankendrama

Der 78-jährige ehemalige Architekt Richard Gärtner (gespielt von Matthias Habich) möchte seinem Leben ein Ende setzen. Dies soll jedoch nicht im Ausland, sondern ganz legal mit der Hilfe seiner Hausärztin geschehen. Für Dr. Brandt kommt es aus persönlicher Überzeugung nicht infrage, ihrem zwar betagten, aber gesunden Patienten ein todbringendes Präparat zu besorgen. Richard Gärtners Fall wird exemplarisch vor dem Deutschen Ethikrat diskutiert.

"Das Leben ist nur sinnvoll, weil es begrenzt ist."

Ferdinand von Schirach

Strittig ist dabei nicht die Frage, welche Formen von Sterbehilfe für Ärzte straffrei sind, sondern ob Mediziner dem Patientenwunsch eines Lebensmüden gerecht werden müssen – egal ob jung, alt, gesund oder krank. Ethikrat-Mitglied Dr. Keller befragt die Sachverständigen und lässt so die unterschiedlichen Experten zu Wort kommen. Die Verfassungsrechtlerin Prof. Litten und der Anwalt von Richard Gärtner (gespielt von Lars Eidinger) stehen Bischof Thiel und Ärztekammerchef Sperling dabei mit unterschiedlichen Meinungen gegenüber. Am Ende richtet sich die Ethikrat-Vorsitzende direkt an das Publikum: Soll Richard Gärtner das tödliche Präparat bekommen, um sich selbstbestimmt das Leben zu nehmen?

Der Film wird am 23.11. um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.