Charité – 3. Staffel abrufbar Ein Krankenhaus im Kalten Krieg

Ostberlin, kurz vor dem Mauerbau. Die dritte Staffel der ARD-Erfolgsserie zeigt die Angestellten der Charité, wie sie trotz Mangelwirtschaft und politischer Gängelung versuchen, den Weltruf des Krankenhauses zu bewahren.

Von: Martin Zeyn

Stand: 11.01.2021 | Archiv

m Beisein seiner Eltern (Anne Kanis, Ulrich und Friedrich Brandhoff) untersuchen Kinderärztin Dr. Ingeborg Rapaport (Nina Kunzendorf, 2.v.r.) und Schwester Arianna (Patricia Meeden, r) den kleinen Werner Simoneit (Hugo Gross) | Bild: dpa-Bildfunk/Stanislav Honzik

Sommer 1961. Die DDR hat zwei Jahre vor der Bundesrepublik mit der Polio-Schluckimpfung begonnen. Trotzdem gibt es immer noch vereinzelte schwere Fälle von Kinderlähmung. Die Kinderärztin Ingeborg Rapoport kämpft aufopferungsvoll für einen kleinen Jungen, der, nachdem er künstlich beatmet werden musste, wieder das Atmen lernen musste. Ihr Mann ist überzeugter Kommunist, eine Ausnahme in der Ärzteschaft. Viele machen rüber – weil sie im Westen besser verdienen. Aber auch, weil sie hoffen, mit neuerer technischer Ausrüstung besser helfen zu können. Und dann gibt es noch einen Pathologen und einen Massenmörder – zumindest der letztere wäre verzichtbar gewesen.  

Szene aus der ersten Staffel von "Charité"

Die Serienmacher haben Mut bewiesen. Nach Kaiserzeit und Nationalsozialismus zeigen sie, wie das medizinische Personal mit großer Hingabe vieles auszugleichen vermag, was die Planwirtschaft nicht bereitstellen kann. Durchaus mit Erfolg: Denn die Kindersterblichkeit war an der Charité niedriger als im Westen. Eine Impfpflicht und eine frühe intensive Betreuung vermögen manchmal eben mehr als eine bessere technische Ausrüstung.  

Ab Dienstag, 12. Januar 2021, 20:15 Uhr sendet die ARD jeweils eine Doppelfolge und die begleitende Dokumentation „Die Charité – Ein Krankenhaus im Kalten Krieg“. Alle Folgen der dritten Staffel sind in der ARD Mediathek abrufbar. Auch die erste und zweite Staffel sind dort verfügbar.